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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1864-01-01 · Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864) · p. Seite 120

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 120 (sequence 144)
Language
German
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— i20 — convmtionellen Formen erhalten. Was heute am Weibe hochgeehrt wird, das sind jene feineren Nuancen und jene edleren Regungen, welche der jüdische Stamm stets, ausgezeichnet hat. Die. geistige Sphäre des Weibes ist vom jüdischen Stamm nie engherzig und mit männlichem Hochmuthe umschrieben worden. Das jüdische Weib wird Richterin und leitet die öffentlichen Angelegenheiten — in a ußerorde ntlichen Nöthen, tritt als Prophetin auf in lauter Rede, „öffnet den Mund mit Weisheit, hat milde Lehre auf der Zunge" (Sp. 31, 26), ist weder orientalisch ausgeschlossen von der thätigen Theilnahme an der Sache seines Volkes, noch „trägt es Männertracht," und „a femalo Speaker'4 wie Miß Anna Dickinson in New-Uork hätte bei den alten Hebräern weniger Aufsehen erregt als bei den praktischen Amerikanern. Die Glaubenslehren des jüdischen Weibes sind dieselben wie die des Mannes, nur in der Uebung religiöser Formen wird ein Unterschied statuirt. Das, wird behauptet, wäre von einer andern Seite negirt und dadurch im Fortschritt über das Judenthum hinaus, eine religiöse Emancipation des Weibes bewerkstelligt worden. Die Theorie klingt schön, wie aber verhalt cs sich mit ihr in der Wirklichkeit? Sind Mann und Weib wirklich einander gleich in der Beobachtung religiöser Ceremonien? Ist es Zufall, daß Jrauen jeder Confession mit liebevoller Pietät an gewissen rel'giösen Bräuchen hängen, die von den Männern vernachlässigt werden, und daß andererseits gewisse Uebungen von den ersteren gleichgiltig behandelt werden? Das Weib hat vom Hause aus in allen Beziehungen mehr Sinn und Empfänglichkeit für die Form, mehr Neigung und Hang für bestimmte Formen, .und

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