Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1864-01-01 · Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864) · p. Seite 121

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 121 (sequence 145)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2609281-2609300--5446-2612797
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

■ auf religiösem Gebiete sollte dieser physische Unterschied nicht 1 zum Ausdrucke gelangen? - Die Arbeit des Weibes, dessen Befähigung zur Arbeit 1' dessen Wahl der Arbeit, dessen Verhältniß zum Umfange der gesellschaftlichen Arbeit find in neuester Zeit ein viel erörteter Gegenstand der Socialistik. Welches ist der Wirkungskreis | des Weibes? Welche Arbeit entspricht seinen natürlichen An-?! lagen? Wie soll es aus seinen künftigen Berns vorbereitet Ä werden? Nach welchen Voraussetzungen sollen Töchterschulen eingerichlet werden? Kann die Arbeit des Weibes dahin gelenkt werden, daß es im Stande sei, die Familie zu ernähren, wenn das Haupt derselben stirbt? Diese Fragen hat l\: der jüdische Stamm praktisch gelöst, und das jüdische Weib hat sich in den verschiedenen Gattungen der Arbeit erprobt und bewährt. Im Dorfe besorgte es alle Geschäfte in Abwesenheit des Mannes: Einkauf und Verkauf von Getreide, Wolle und Baumfrüchten, Bezahlungen und Einkassirung von Schulden, Gänge zum Ortsrichter und Pfarrer, die Überwachung der Fabrikation, die Gespräche mit Houza und Pawlow, den Leitern der öffentlichen Dorfmeinung, die, wenn auch keine Großmacht, nicht minder diplomatische Klugheit bedarf, so daß es fähig war nach dem Ableben des Mannes allein das Geschäft fortznführen. In der Stadt verstand es sich auf Manufakte, auf deren Ankauf und Absatz, leitete es die Correspondenz, nahm es Einsicht von den gebuchten Activis und Passivi.s, berechnete es die Conjuncturen des Handels, und bevor man noch Versuche machte, Frauen an Eisenbahnkassen zu verwenden, hat das jüdische Weib an dem socialen Verkehr sich thätig und umsichtig betheiligt, um zu erwerben. In uralter Zeit „sinnt es ans ein Feld j und erwirbt es" (Spr. 31, 16) durch eigene Arbeit, und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.