Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 129)
- Language
- German
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105 T i „Von den Juden zu Rom im dreizehnten Iahrhundert." Ich las weiter: „Auch mein werden gewiß sie höhnen — doch Hab' ich ein Mittel sie zu versöhnen: — Ich stelle mich an für ignorant — da werden die Herzen - mir zugewandt — und bin ich noch zumal gar nicht arroj gant — so werde ich gewiß nicht als Jude erkannt — und 1 geb' ich noch Zweiter als Bettler mich aus — so bauen die Reichen mir ein Haus. — Denn Armuth drohet dem Reichsten auf Erden — doch Niemand fürchtet ein Gelehrter zu werden — darum tragen sie auch nur ihr Erbarmen —; Entgegen dem Goldes- und Geistesarmen."! «Auch das noch von den Juden in Rom im dreizehnten : Jahrhundert? unterbrach mich August wieder." j „In unsrer Stadt geht's sonderbar — zwischen Wieg' und Traualtar — ändert sich's gar wunderbar. — Am Knäblein hat man Lust und Freud' — vom Mägdlein nur Herzenleid, — doch um die Jungfrau wird gefreiet — und der Jüngling wird gescheuet. — Wie kommt's, daß unsere lieben Knaben — kein Talent zu Männern haben?" Unser Volk üst auserwählt — wie die Bibel uns erzählt, — zu tragen Gottes Lehren — durch die Welt in Ehren, — durch Satzung sie zu schützen — durch Bräuche sie zu stützen. — So. ward der Brauch zu Berge — die Lehre ward zum Zwerge. Am Glauben ist der Arme reich — man merkt's an Gottes Festen gleich. — Das Kleinst' auch nicht zu vergessen — beginnt er mit Trank und Essen,—und am Sabbat den besten Fisch — setzt wohl der Arme auf den Tisch. Doch nicht will ich den Reichen lästern, — der nie vergißt, daß ihm noch gestern — beenget tiefer Armuth