Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 127)
- Language
- German
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103 „Wie konnte man aber eine Satyre aus Menschen, die im 13. Jahrhundert in Jtalien lebten, für die deutschen Weiber in spätern Jahrhunderten verwendbar denken?" „Darauf mag das Buch selber Antwort geben, welches belehrend genug ist, das Studium der jüdischen Stammeseigenthümlichkeiten zu ergänzen. Ich habe einst von einem beschränkten Landjunker gelesen, der es nicht begreifen konnte, was der Zeitgeist sei. Der Schulmeister gab sich alle erdenkliche Mühe, den Begriff klar zu machen, der Landjunker kam aber dadurch nur zu dem Resultate: —— Der Zeitgeist ist ein Schneider! — Trachten, Moden ändert er, neue Röcke schafft er an den Leib, der Mensch aber ist immer derselbe. Nun für die Schattenseiten der Juden ist der Zeitgeist zu allen Jahrhunderten nur der Schneider gewesen, der ihnen neue Kleider angemessen. Im Uebrig.en waren die Menschen zu allen Zeiten — Fleisch von unserem Fleische und Bein von unserem Beine." III. Vor sechshundert Jahren. Der Gang ins Freie hatte uns wohl gethan, und die ewig junge Natur bot den angenehmsten Gegensatz zu dem abgelebten Trödel, den wir in der Stube zurückgelassen. August theilte mir unterwegs zwar noch mit, was er von Jtzig's Lebensgeschichte wußte, und was wir aus guten Gründen dem Leser gleich anfänglich mitgetheilt. „Solche Geschicke und Charaktere, sagte August, sind eigentlich auch schon sür die Rumpelkammer reis, worin die Geschichte ihren abgelebten Hausrath unterbringt. Dergleichen wächst eben nur aus den wandelbaren gesellschaftlichen Einrichtungen hervor, die der Mensch verschuldet hat. Die