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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1864-01-01 · Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864) · p. Seite 102

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 102 (sequence 126)
Language
German
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IRI
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102 ein, um einige Einblicke in das innere Wesen eines solchen z „Weiberbuches" zu thun. f Ich ließ mich überreden, und August war so großmü-? thig das dünnste Büchlein, das sich unter dem Trödel vorsand, herauszügreifen, damit mich die Vorlesung, die mir für die Nacht nun unerbittlich auferlegt war nicht anstrengen möge. — j „Damit werden wir wohl vor Mitternacht fertig, sagte 1 er, und dann träume ich von den schönen Gestalten. Wie freue ich mich schon darauf, wenn sie an mir vorüberschreiten werden, all die Helden unseres Alterthumes: König David im Kittel und Häubchen mit dem duftenden Habdala- Büchschen in der Hand, der baulustige Salomon mißt die Latten für die Lauberhütte aus, die Hasmonäerfürsten zünden sich die achtzinkige Lampe an, der alte Mordechai sitzt über der „Rolle," den Hamanklopfer in der Hand. Endlich steigt dort der Kreisrabbiner aus dem Rahmen, den großen langgestielten, häßlichen Barbierlöffel in der Hand, kommt gerade aus mich zu — vor Angst schreie ich auf, erwache, und sieh', der helle liebe Tag lacht mir ins Angesicht." „Es wird wohl darauf ankommen, meinte ich, ob das Büchlein, womit wir unsere heutigen „Studien in der Polterkammer" beschließen wollen, den schönen Traum nicht stört. Die Wahl war gar so blind, und die Dünnleibigkeit der Bücher verbürgt uns noch nicht die Kurzweile." „Wie nennt sich denn das Buch, und was enthält es? Es heißt „derPrüfstein," ist in Knittelreimen geschrieben und will eine Sathre auf die großstädtischen Juden Roms im dreizehnten Jahrhundert sein. Es wird somit eine Nachtlektüre in einem' ganz andern Sinne abgeben, da es die Nachtj und Schattenseite unseres Volkes schildert."!

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