Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 120)
- Language
- German
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96 weiches, schmiegsames und verständiges Büchlein, das für' die Frau, Mutter und Gattin, mehr als Moses und die \ Propheten, der Talmud und seine Commentatoren, ja noch | mehr als der selige Hirsch, der sich bald den Tod durch < seine Collektionen an den Hals gesammelt hatte, zu jeder Stunde die Himmelspforten zu öffnen und wirksame Worte zu verleihen im Stande ist. Da findet ein frommes Juden-; weib Gebete für Mann und Kind, für Tod und Leben, Ge- \ bete bei Hochzeiten oder Kriegserklärungen, in Hungersnoth oder während der unverständlichen Predigt anwendbar, Gebete für Backtrog und Waschkessel wie für den Sohn auf der Hochschule, und dessen Braut in der Residenz, gegen Kindermangel und Toleranzedikte, Geburtswehen und Emanj zipationsschriften. Judenordnungen und Nationalitätsschwim I del — Eine Techine kann im Hause nicht entbehrt werden, j „Aber hier stehet doch noch eine vierte Bücherreihe" 1 sagte August, dem's von den Studien in der Polterkammer schon schwindelig ward. Gehören die auch dem sogenannten „unentbehrlichen" religiösen Häusrath an?" Ich schlug die Titelblätter auf und mußte nur bekennen, daß hier schon der religiöse Luxus beginne, doch immerhin, jener karge Luxus, der nur der Armuth zur Folie dient, und sie um so deulicher hervortreten läßt. Gegen die vonj gen Bücher, sagte ich, könnte selbst ein Diogenes, würde er j das jüdische Bedürfniß kennen, nichts einzuwenden haben. —! Hier aber beginnt schon jenes U eb er flüs sig e, von dem ein j Dichter sagte, daß es uns höchst noth wendig sei.— Es j sind einige Blümlein zum Schmucke in den Kranz gefloch- I ten; —das Volk nennt sie: — Weiberbücher, denn sie sind in der deutschen Landessprache verfaßt, gemein verstäub-