Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 112)
- Language
- German
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88 nicht wissen, ob ihnen ihre spätere Celebrität Zeit gönnen -j wird, einem Mahler zu fitzen. Ueberdieß kann ein Mensch ) bei der Geschäftsstockung, die heutzutage herrscht nicht vorausbestimmen, ob er seine Unsterblichkeit noch erlebt. „Und was wollte Jtzig damit?" fragte August. j In den Bärten ehrte er die Theologie, und in den Locken das Studium, die gewaltigen Disputationen der Theologen. „Verstand der Schneider etwas von diesen Dingen? Schwerlich wohl, denn er verehrte fie. — Aber dem jüdischen Volke ist das Studium des Gesetzes schon Gottesdienst, und das Streben nach Gotteserkenntniß ist sein Cultus. „Das ist aber", fiel A. ein, „doch sehr erhebend! Da wäre am Ende ein Volk, dessen unterste Schichten schon die Ahnung von der Erhabenheit des reinen Forschungstriebes durchzittert, das in der Wissenschaft nicht die tüchtige Kuh sieht, die auf f Butter und Käse gemästet wird. — Ein Volk, dem das Stu-! diren ein Cultus ist, dessen Beten ein Denken, dessen Schwärmen ein Forschen ist — kann unmöglich so verkommen und verthiert werden, wie dies bei sogenannten Gefühlsvölkern so häufig anzutreffen ist." In der Ecke der Rumpelkammer standen drei Koffer, sie führten die Aufschrift: „Kuchen- und Tischgeräthe." Man könnte glauben, sagte August der arme Jtzig hätte tagtäglich ein Dutzend Gäste bei sich gehabt — und doch hatte er kaum für sich und die Seinigen zu essen. Was sie nur mit so vielen Tellern angefangen? Ich besah die Aufschrift näher und erklärte meinem Freunde wie aus der tiefen Religiösität im Vereine mit dem Triebe zu denken und zu forschen, eine so große Geschirr-Niederlage entstanden ist. Der Eine Koffer war nämlich mit „fleischig", der andere mit „milchig", der dritte mit kossuok überschrieben.