Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 110)
- Language
- German
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86 7 schneidermeisters. Er starb mit dem Bekenntnisse des Einij gen auf den Lippen mit der rührend treuen Ueberzeugung: j „Das Judenthum ist die beste Religion, die Trösterin in t der Roth. -T- Jtzig schläft nun ungeneckt und ungequält.—; Die Gerichte setzen aber ein Curatorium über seine Verlassenschast, August wird zum Anwalt der Waisen ernannt, begibt sich ins Dorf hinaus um ein vorschriftsmäßiges Inventarium ' auszunehmen, was sehr bald geschehen ist. Es sind ihm der Mühen gar so viele ersparrt worden — Zünfte und Zöpfe hatten die Barschaft, der nationale Enthusiasmus die Mobilien aus ein bescheidenes Maß herabgebrachk.— Gewissenhaft hatte August alles notirt — denn ach es kostete gar so wenig Mühe!—Nur aus der Rumpelkammer konnte er nicht klug werden. Da lagen Bilder, Bücher, Geschirre, Eßzeug, Kleider durcheinander, und aus seine Frage, was das zu bedeuten habe, erhielt er die lakonische Antwort: „das gehört zur Religion! Das ist unser bischen Judenthum, drückte die Witwe sich aus. —Jndenthum? fragte August, verwundert, und ging im Geiste alle Paragraphe seines „Bne Zion" durch. — Es ist das Nothdürstigste was so ein jüdischer Hausvater braucht um seinem Gott zu dienen, und dem Glauben treu zu bleiben — August fuhr in die Stadt zurück, blätterte in seinen Schulbüchern, — vergebens.—Er konnte sich den Zusammenhang jenes Gerümpels mit dem Judenthume nicht erklären. — Er klagte mir seine Roth, und ich entschloß mich gerne mit ihm aui's Dorf hinauszufahren, hier den Cicerone in der Polterkammer zu machen, und ihm zu erklären, was das Nothdürstigste sei, das so ein jüdischer Hausvater braucht, um seinem Gotte zu dienen, und seinem Glauben treu zu bleiben. Die Bildergallerie war bald durchmustert,, denn das Ju-