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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1864-01-01 · Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864) · p. Seite 72

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 72 (sequence 96)
Language
German
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72 Andenken des dritten MoseS zu ehren haben. Nein — | weit, weit über Deutschlands Grenzen hinaus sind die gro- | ßen Segnungen gedrungen, als deren Schöpfer und Wiederj begründet in der Neuzeit der edle jüdische Philosoph aus I Dessau zu nennen ist. nämlich geregelter Jugendunterricht, | wissenschaftliche Bildung, und das Streben die jüdischen Z Jünglinge andern Berufsarten als dem Schacher und Handel zuzuwcnden. Letzteres war einer von den Lieblingsgedanken Moses Mendelssohns. „Wmn ich mit einer Ricen sion fünfzig Judenkinder zu Handwerksgesellen machen könnte," so schrieb er am 8. Juli 1779 an seinen Freund Friedrich Nikolai in Berlin, „so würde ich den guten Geschmack um Verzeihung bitten, und auf eine halbe Stunde ins Nebenzimmer zu gehen versuchen." — Haben doch selbst Karäer, welchen die deutsche Sprache ganz unverständlich ist. im Jahre 1830 den Geschichtschreiber Jost um die Werke Men* delssohns ersucht, dessen Ruhm auch zu ihnen gedrungen war (Gesch. d. Judenthums Th. 3. S. 301). Darum in Polen wie in Ungarn, in Frankreich wie in England, wo immer eine organisirte jüdische Schule besteht, sollte man den 12. Elul als ein schönes, erhebendes Schulfest feiern! 4. Aber Mendelssohn hatte bekanntlich einen ausgej zeichneten Mitarbeiter bei diesem großen Werke der Ausbreiz tung von Cultur und Wissen in seinem Volke — einen Mann, der in der reichen Literaturgeschichte Israels ein glänzendes Blatt aussüllt, da er mit einem Herzm voll der glühendsten Begeisterung für seines Volkes Heil und Ehre, eine erhabene Dichtergabe verband, die an die gottgeweiheten Seher und Sänger des Alterthums erinnert, und dabei eine fast wundervolle Macht über die heilige Sprache!

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