Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 93)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2609281-2609300--5394-2612745- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
69 Sollen wir alles dies dem Haus und den Hausvätern überlassen? Das Haus wäre freilich vor Allem hiezu berufen. Aber ach, theurer Leser, wie viele Häuser gibt's denn heute noch, wo Chanuka mit jener Weihe und Innigkeit begangen wird, die dazu gehört, um ein<m erhebenden und bleibenden Eindruck auf das Kindcsgemüth hervorzubringen? Und o. wie viele Häuser — wahrlich wir möchten scbamroth werden, während unsere Feder dies niederschreibt — wie viele Häuser und Familien gibt es, in denen der trauliche Schimmer der Chanukalampe etwas ganz Ungekanntes bleibt, weil man — vielleicht den nichtjüdischen Dienstboten im Hause gegenüber sich schämt, eine jüdische Ceremonie zu üben, und da man den armen Kinder für die verlorene Chanukafreude denn doch einen Ersatz schuldig ist, so wird ein anderes Weihfest gefeiert, wo statt unserer kleinen Menora, die wohl auch das Bild eines Baumes darstellen soll, ein Baum in natura — ein ganzer großer Baum mit lauter brennenden Lichtern geschmückt wird. — Aber nein, nein — das große, glorreiche Makkabäersest darf unserer Jugend nicht verloren gehen! dafür soll die Schule eisrigst Sorge tragen. Der Abend des 25. Kislew soll ein ganz erhebendes Schulfest für Lehrer und Schüler werden, wo neben der brennenden Menora der Jugend die Bedeutung des schönen Festes tief in die Seele geprägt werde. Der denkende Lehrer wird schon immer einige sinnige Worte und Gedanken anzuknüpsen wissen, die ihren Eindruck aus die jungen Schulbürger nicht verfehlen. 2- Und wie sollten etwa die Geburtstage von Männern, mit denen eine neue Epoche in der Geschichte un-