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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1864-01-01 · Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864) · p. Seite 68

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 68 (sequence 92)
Language
German
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68 Geschickes und durch keine Gewalt und Tücke der Menschen zu'besiegen ist — ihr die Herr:ichen Makkabäersöhne, diese Wischen Ritter ohne Furcht und ohne Tadel, mit dm frischesten Farben als Vorbilder in die Seele g malt werden, da müßte in der That eine ganz n ackere. 1>efflrche. gesin- WNgs- und glaubenskrästige Jugend h^ ranwachsen. Die „Menora" im allen Heiligthume stellt einen Baum dar, aus dessen Stamme rechts und linls je dr..i Zweige hervorgesprvffcn, an denen, wie an dem Stamme selbes, Knospen, Blüthen und Früchte prangten — auch darin ferner dem Baume ähnlich, weil nicht aus Theilen zusammengesetzt, sondern in getriebener Arbeit, Alles wie aus einem Stücke herausgewachsen. Was sollte dies Bild des Baumes im alten jüdischen Heiligthume? Welche Herr Liche Lehre könnte hier das Chanukafest, das an des Herbstes Ende, in den Winters Anfang trifft, unserer Jugend in die Seele prägen! — Wie sieht in dieser Jahreszeit der Baum in der freien Natur aus? Er steht wie ein abgelebter Greis da. Anstatt des grünen Blätterschmuckes hängen die weißen Haare des Schnees an seinen dürren Zweiten, in deren Adern fein frischer Tropfe Saftes rinnt. Der Baum scheint todt. Aber nein — er scheint eben nur todt. Man warte nur bis der Frühling wieder da ist. daun wird sich's zeigen, daß der Baum lebt und volle Triebkraft in seinen Adern trägt, die ihn bald mit einer dichten Krone von Blättern, Knospen. Blüthen, Früchten schmücken wird. — Nun, unser Judenthum ist auch solch ein Baum, darum sotten wir nicht verzagen, wenn's zuweilen den Anschein hat, als wäre er aus mit dem Judenthume — nein, eh' man sich's versieht, sendet Gott wieder seinen Frühling und der Baum lebt neuerdings auf zu frischer Lebens- und Jugendkraft.

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