Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 76)
- Language
- German
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52 Zeit angehörte. Wir haben soeben eine Aeußerung Philo's gehört, in der er von den göttlichen Kräften spricht, die sich dehnen durch Erd'und Himmel. Wer das so hört, der denkt eben an göttliche Kräfte in unserem Sinne. Aber was versteht Philo unter diesen Kräften? Zwar seine nächste Erklärung von diesen Kräften ließe sich allenfalls noch mit unserer Vorstellung vereinigen Es sind die allmächtigen Gedanken Gottes, die hineingebildet sind in diese materielle Welt, es sind die Musterbilder der hiesigen Welt in der Vollkommenheit, wie sie dem göttlichen Geiste vorschweben, es sind die geistigen Bänder, die den Halt und den Zusammenhang der Welt ausmachen, es sind Ideen und Ideale, göttliche Ideen und Ideale, nach denen hier alles gebildet ist. Aber damit begnügt sich Philo nicht. Gott, meint er, ist nicht bloß erhaben über diese Welt und unbegreiflich, sein wahrer Name darf nicht blos nicht ausgesprochen werden, weil uns zu benennen nur freisteht, was wir begreifen, sondern Gott steht auch in keinem unmittelbaren Zusammenhänge mit der Welt. Selbst Moses, das höchste Ideal eines Menschen hat Gott nur erkannt in den von ihm ausgehenden Kräften, in das Innere des göttlichen Wesens dringt kein geschaffener Geist. Aber diese Kräfte sind keine bloßen Kräfte, sie existiren als Wesenheiten, als geistige Persönlichkeiten, als Geister. Eine solche geistige Persönlichkeit und zwar die höchste die von Gott ausgegangen, die eigentlich die Welt regiert, ist was die heilige Schrift das Wort Gottes nennt, oder, wie der griechische Name lautet, unter dem diese persönlich gefaßte Gotteskrast Philo's Berühmtheit erlangt hat, ist der \6yo$, zu deutsch: Wort und Gedanke. Wir wollen diese bedenkliche Lehre nicht weiter verfolgen, wie überhaupt nicht die Einzellehren Philo's, so erha-