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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1864-01-01 · Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864) · p. Seite 36

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 36 (sequence 60)
Language
German
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36 Skeptiker. Nun, Stoiker, Epikureer Skeptiker, so nannten sich die Philosophensekten, die zur Zeit des Alexandrmismus das große Wort führten. Die Epikureer, welche das Vergnügen als letzten Lebenszweck hinstellten und das Walten der Vorsehung läugneten, konnten naturgemäß bei den an der Schrift genährten und ernsten Juden keine Sympathien finden. Die Skeptiker, welche an der Möglichkeit, zu erkennen und die Wahrheit zu finden,, verzweifelten, konnten ebensowenig den offenbarungsgläubigen Juden genehm sein. Dagegen waren es die Stoiker mit ihrer streng sittlichen Haltung und ihrer Vorsehungslehre, zu denen die denkenden Kopse der Juden sich hingezogen fühlten. Von diesen Stoikern aber ist es bekannt, daß sie im Gegensätze zu den andern philosophischen Sekten keinesweges eine feindliche Stellung zu ihrer Volksreligron hatten, daß vielmehr schon ihr erster Urheber, Zeno, dessen Geburtsjahr noch in die Lebenszeit Alexander des Großen fällt, durch Umdeutung der griechischen Sagen und Dichtungen diese mit seinen philosophischen Vorstellungen zu vereinigen suchte. Wie weit das schließlich die Stoiker trieben, das kann man am besten aus dem Spotte ihrer Gegner ermessen, den uns Cicero's klare Darstellung in aller Ausführlichkeit wiedergibt. Sie brachten es zu einer vollständig ausgebildeten Methode, deren sich auch die Juden mit gutem Recht bedienen zu dürfen glaubten. Es mag sein, daß man jüdischerseits anfangs in dieser Methode lediglich das Mittel sah, auf die Fragen antworten zu können, welche gebildete Heiden gegen die Schrift vorbrachten. Wenigstens beginnt die Dedikationsschrift des jüdischen Philosophen Aristobul an den König Ptolemäus Philometor mit den Worten: Du hast gefragt, o König, warum in unserem Gesetze dem göttlichen Wesen auch Hände, Arnre, Gesicht u. s. w. zugeschrieben werden? Aber man blieb keinesweges bei der

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