Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 59)
- Language
- German
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35 daß die Siebenzahl uns die schöpferische Kraft des Unerzeugten und die natürliche Untätigkeit alles Erzeugten lehren solle. (So symbolisirte man nämlich damals den Sabbat.) Auch wollen wir keinesweges die jährlichen festlichen Zusammenkünfte abstellen, weil sie Bild geistiger Freude und Dankes gegen Gott sind u. s. w. Man sieht, daß der gesunde Sinn, der in den besseren Geistern lebte, dem Schaden, der aus der falschen Richtung entsprang, die Spitze abzubrechen bemüht war. Aber im Grunde hatten sie an dem Schaden Antheil, im Grunde war es nur ein Kompromiß, den sie mit sich selbst machten, die Sache zu wollen und nicht auch ihre Konsequenzen. Man muß hier fragen, woher es wohl gekommen sein mag, daß diejenigen, die einmal in handgreiflicher Weise von der Schädlichkeit der Konsequenzen sich überzeugt hatten, dennoch lediglich diese Konsequenzen bekämpften, im Grunde aber die die Konsequenzen erzeugende Methode selbst festhielten und sagar noch weiter ausbauten. Dje Antwort darauf scheint eine psychologische sein zu müssen. Wir ziehen es aber vor, weil sie sicherer ist, eine rein geschichtliche zu geben. Die Allegoristrungsmethode beherrschte zur Zeit, wo gegen ihre Ausschreitungen etwas gesagt wurde, bereits ein Paar Jahrhunderte nicht etwa blos die jüdische Welt, sondern den ganzen ernsten und denkenden Theil auch der heidnischen. Es ist nämlich Zeit, daß wir ein Wort üder die heidnische Philosophie jener Tage, die wir so oft gelegentlich im Munde führen, zur Orientirung hinzusügen. Noch bis heute spricht man von der stoischen Ruhe, mit der Einer eine Sache erträgt. Noch bis heute nennt man einen sogenannten Lebemann einen Epikureer. Noch bis heute gebraucht man für den Zweifler wohl auch die Bezeichnung 3*