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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1864-01-01 · Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864) · p. Seite 34

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 34 (sequence 58)
Language
German
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34 zusetzen drohte. Es schien eine Zeit zu kommen, wo man nicht erkannte, daß ein richtig geseierter Sabbat mehr thut für die religiöse Erhebung als hundert scharfsinnige Symbolifirungen des Sabbatgedankens. Es ist wahr, daß die tieferen Geister, obwohl sie dieselbe Schrifterklärung übten, dennoch die Bedeutung der Gesetze für's Leben nicht verkannten. Zur unverwelklichen Ehre Philo's muß gesagt, werden, daß so abgrundtief er auch im Allegorisiren steckte, er dennoch einen philosophischen Protest erhob gegen eine Richtung, die aus Philosophie unjüdisch sein zu dürfen glaubte. Seine interessanten Worte über diesen Punkt lauten etwa folgendermaßen: denn es gibt Leute, welche, weil sie den Wortausdruck der Gesetze für Symbol geistiger Gegenstände halten, sich aus die Deutung dieser vorzüglich legen, jene aber gering schätzen. Ich möchte ihnen Leichtsinn zur Last legen; denn man muß sich um Beides kümmern, sowohl um die genauere Untersuchung dessen, was verborgen ist, als auch um eine treue Beobachtung dessen was offen vorliegt. Sie nun aber betragen sich als lebten sie allein in einer Wüste oder als wären sie körperliche Seelen und wußten von keiner Stadt, keinem Dorfe, keinem Häufe oder überhaupt von keinem Umgänge mit Menschen, setzen sich über Alles hinweg , was der Mehrheit wohlgefällig ist und suchen die reine Wahrheit wie sie an und für sich ist, zu erstreben. Dergleichen Männer nun lehrte die heilige Schrift den guten Ruf nicht zu gering zu achten und Nichts von den Gebräuchen aufzuheben, die heilige und größere Männer festgesetzt haben, als jetzt unter uns find. So wollen wir also nicht etwa die gesetzlichen Gebräuche des Sabbat aufheben, im Lande arbeiten, Klagen anflellen, Recht sprechen, Geliehenes zurückfordern oder etwas anderes thun, was an anderen nicht festlichen Zeiten verstattet ist, weil wir etwa wissen,

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