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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1864-01-01 · Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864) · p. Seite 30

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 30 (sequence 54)
Language
German
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30 unter ihnen — und auch die Gegner der Juden klagen ja M bekanntlich nicht gerade über ihren Mangel an Begabung — j was Wunder, sagen wir, daß viele fähige Juden an dem j literarischen Leben sich betheiligten, daß sie sich die Sprache von Hellas aneigneten, daß sie seine Sänger kennen lernten - und seine Philosophen studirten? Ohnehin, waren sie trotz ihrer namentlich in Alexandria überaus beträchtlichen Zahl,^ weil von der eigentlichen Centralstelle wahrhaft jüdischen Le-' bens von Jerusalem und Palästina, entfernt, so ziemlich entnatiönalifirt, der heiligen Sprache nicht mehr mächtig, so daß selbst die von ihnen hochverehrte Schtist in die Sprache von Hellas umgesetzt werden mußte, um ihnen zugänglich zu sein. Wir wollen uns hier in den gelehrten Streit nicht einlassen, ob die Sage Recht hat, daß die griechische Bibelübersetzung, die sogenannte Uebersetzung der Siebenzig (Septuaginta) für einen der ägyptischen Ptolemäer gemacht wurde, der den Wunsch hatte, die Lehre Mofis kennen zu lernen, oder ob sie einfach aus dem Bedürsniß entsprang, die Schrift,! die man hebräisch nicht mehr verstand, in der Volkssprache, der griechischen, zu lesen. So viel ist sicher, daß in späteren Tagen selbst der hervorragendste alexandrinische Jude, Philo, nur eine sehr dürftige Kenntniß des Hebräischen verräth, und daß für ihn wie für Andere die septuaginta vollständig die Bedeutung des Originals hatte. < Man vergegenwärtige sich jetzt die Prüfung, welche der heiligen Lehre wartete, und die Bedeutung des Kampfes, von dem wir geredet. In griechischer Bildung erzogen, ging man an die Lektüre der Schrift nicht mehr mit der alten Unbefangenheit. Man war philosophisch gebildet und fand in der Schrift so viele Sätze, welche dem philosophischen Bewußtsein jener Zeit entweder wirklich oder scheinbar wider-

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