Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 186)
- Language
- German
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166 von Unglück hörte. Doll Demukh und Bescheidenheit die Lichtseiten Anderer mit Frcndcn cinerkennend, suchte er insbesondere jungen Leuten helfend und rathend zur Seite zu stehen. Männer, die heute Nomen und Ruf haben, werden mit Dankbarkeit seiner Rathschläge und seiner thatkräftigcn Unterstützung gedenken. Er hatte den Wahlspruch Hiobs, seine Thür war dem Fremden stets geöffnet, und es ist wohl kein Jude nach Dresden gekommen, der Sinn und Verständniß für hervorragende Persönlichkeiten hatte, welcher nicht daS Haus des Dr. Beer besuchte, in welchem neben ihm eine sinnige, mit allen weiblichen Tugenden geschmückte Hausfrau waltet. Und gewiß hat Niemand das Haus verlassen, ohne die freundlichsten, wvhlthuendsten Eindrücke zu empfangen. Es ist hier nicht der Ort, näher auf die wissenschaftlichen Leistungen Dr. Beer's, die sämmtlich das Gepräge ausgebreiteten Wissens und tiefer Forscherblicke an sich tragen, einzngehen, wohl aber mag hier auf die Literaturrückblicke in diesem Iahrbuche hingewiesen werden. Sie bildeten stets eine Zierde desselben. Das Leichenbegängniß fand bei zahlreicher Thcilnahme der jüdischen und christlichen Bevölkerung Dresdens statt. Herr Oderrabbiner Dr. W. Landau, sowie die hiezu von auswärts hcrbeigeeilten Herren Dr. Z. Frankel, Seminardirector aus Breslau, Prediger Dr. Goldschmidt aus Leipzig, als Vertreter der dortigen Religionsgemeinde, und der Gatte der Pflegetochter des Verblichenen, Dr. G. Wolf, Religionslehrer in Wien, sprachen am offenen Grabe. Fast die ganze deutsche Presse und auch ein großer Theil der fremdsprachlichen widmeten dem edlen Dahingeschiedenen warme, anerkennende Worte. Es versteht sich, daß die jüdische Zournalistik in würdiger Weise das Andenken desselben feierte. — Herr Oberrabbiner Dr. Z. Frankel veröffentlicht soeben eine umfaffende Biographie des Verstorbenen und das Vorwort zum Cataloge der