Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 86)
- Language
- German
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66 und die Besonderheit der Ansichten, namentlich der religiösen Ansichten in dem höheren, darüber schwebenden Begriff der Humanität culminiren zu lassen. Wovon jede Seite in H.'s Schriften laut Zeugniß ablegt, das saßt er selbst im 39. Briefe zur Beförderung der Humanität in die Worte zusammen: „Von Kindheit auf ist mir nichts abscheulicher gewesen, als Verfolgungen oder persönliche Beschimpfungen eines Menschen über seine Religion. Wen geht diese als ihn selbst und Gott an? Za, wer weiß nicht, was an dem Wort Religion, sobald es innereUeberzeugung und Gefühlbetrifft, für tiefe Skrupel und Schwierigkeiten hasten? Dem ist dieses, einem Anderen das auf's innigste anstößig; zu diesem Ausdruck kann er sich nicht gewöhnen, von jener früh erfaßten Vorstellungsart auf keine Weise sondern. An ihr hängen seine moralischen Begriffe, an ihr vielleicht seine vornehmste Triebfeder, ja sein Ideal der Moralität selbst. Dieser findet Zweifel, wo keiner sie findet, die schwarze phantastische Fliege verfolgt ihn, ohne daß ein Anderer als er sie sieht. Wie grausam ist's also, wie unvernünftig, nutzlos und unmenschlich, wenn sich ein Mensch, ein Gericht... das Verdammungs-, das Verfolgungsurtheil über die Religion eines Anderen, wäre es auch ein Neger oder Indier, anmaßt... Dank der Menschheit sei allen denen, die so unerträgliche Lasten und Fesseln, die jede unziemende Beschimpfung, jede kränkende Verfolgung, die Menschen von göttlichen oder menschlichen Rechtswegen ungescheut, ja pflichtmäßig und frohlockend anthaten, in ihr wahres Licht stellten .. . Die Rache solcher Verfolgungen ist nie ausgeblieben und bleibt nie aus; es wäre aber endlich Zeit, daß wir aus besseren Gründen, als aus der Furcht solcher Rache zum Gefühl der Wahrheit und Menschlichkeit gelangten." Daß H. bei solchen unzweideutig ausgesprochenen Ansichten, über Zuden und Zudenthum, das biblische sowohl, als das ihn umgebende ein gerechteres Urtheil fällen mußte, als man es vor seiner Zeit gewohnt war, daß er auch