Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 82)
- Language
- German
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62 zuerst ausgesprochen und der Menschheit als unveräußerliches Bermächtniß überliefert wurden, seine liebevolle Schätzung der Träger dieser Ideen in der Bibel, Moises und der Propheten, dürften noch heute vielen christlichen Theologen unserer Zeit zur Nachahmung empfohlen werden. Sehen wir, wie er gleich am Anfänge des Buches denGrundgedanken des Judenthumes, die Einheit Gottes, ins rechte Licht setzt: „Im ersten Schöpsungsbilde — so lauten seine Worte (Gespr. II.) ist der Begriff der Einheit Gottes, des Schöpfers, unverkennbar. Dies, dünkt mich, hat dieser Poesie der Morgenländer eine Erhabenheit und Wahrheit, eine Einfalt und Weisheit gegeben, die glücklicher Weise die Leiterin der Welt ward. Es ist unsäglich, was für Schätze der Erkenntniß und Moralität des Menschengeschlechtes am Begriff der Einheit Gottes zu hangen bestimmt waren. Er wandte vom Aberglauben, mithin auch von Abgötterei, Lastern und Scheusalen privilegirter göttlicher Unordnung weg; er gewöhnt daran, überall Einheit der Zwecke der Dinge, mithin allmälig Naturgesetze der Weisheit, Liebe und Güte zu bemerken, also auch in jedes Mannigfaltige Einheit, in die Unordnung Ordnung, in's Dunkel Licht zu bringen. Indem die Welt durch den Begriff eines Schöpfers zu einer Welt (xüapev?) ward, machte sich auch der Abglanz derselben, das Gemüth der Menschen, dazu und lernte Weisheit, Ordnung und Schönheit. Welche Lehre und Poesie der Erde hierzu beigetragen hat, hat die nützlichsten Dinge bewirkt; die hebräische Poesie hat's vorzüglich. Sie ist der älteste Damm gegen die Abgötterei gewesen, den wir kennen; sic goß den ersten schönen Lichtstrahl der Einheit und Ordnung in's Chaos der Weltschöpfung." Fürwahr, der eifrigste Jude könnte nichts Treffenderes über diesen obersten Grundsatz der Lehre aussagen. Mit eben solcher Bestimmtheit und Wahrheit tritt H den verkehrten Auffassungen anderer Einrichtungen und Grundlehren des Zudenthums, z. B. der Theokratie im Judenthum, entgegen. Moses' Gesetzgebung hatte nach