Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 63)
- Language
- German
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43 nichtsdestoweniger durch vollwichtige Urkunden beglaubigt; nur ein klein wenig soll die Combination nachhelfen. So wenig ich es auch liebe, weit auszuholen, muß ich doch mit dem glücklichen Eroberer der Mongolei und China und aller der Länder, auf deren Karte sich das Auge nur selten verirrt, ich muß mit Temug'in G'ingis-Chan beginnen. Seine Söhne und Enkel führten die sieggewohnten Mongolen oder Tataren in Truppenmassen, die Millionen zählten, in das Gebiet des Chalifats und der Christenheit. Zn Europa glaubte man, der Tartarus habe seine höllischen Bewohner ausgespien und sie zur Züchtigung der Völker ausgesandt; man nannte sie daher Tartaren. Diese unwiderstehlichen Schaaren, welche Rußland, Polen, Schlesien und Ungarn überschwemmten, hätten leicht den Kaiser Friedrich II. und den Papst Gregor IX.—welche damals mit einander einen Waffen- und Federkrieg führten, einander als Ketzer und Gottlose behandelten — wie Mikromegas in dem Voltairianischen Roman in ihren, Säcken verschwinden machen können. Aber als verachteten sie die Länder der Christenheit, zogen sich die Mongolen zurück und ließen den Schrecken ihres Namens hinter sich. Aber das Reich des morgenländischen Chalifats eigneten sich die Mongolen an und machten das prachtvolle Bagdad und das nicht minder schöne Tebris (im Süden von Armenien) zu Residenzen ihrer Großchane. Es bildete sich ein eigenes Chanat in Persien oder Iran, das zwar mit dem in China und in Kiptoschak (Südrußland) in Verbindung stand und auf dem gemeinsamen Kuriltai (Rathsversammlung)allgemeine Beschlüsse emgegennehmen mußte, aber doch im eigenen Lande autonom war. Sobald sich das iranische Chanat consolidirt hatte, trat die consessionelle Frage an das Oberhaupt, den Jlchan, heran. Die Mongolen hatten keine festausgeprägte Religion und wären leicht zu bewegen gewesen, die eine oder die andere Religionssorm anzu-