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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1862-01-01 · Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862) · p. Seite 44

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 44 (sequence 64)
Language
German
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44 nehmen, wie bei ihren Vorläufern, den Chazaren, Bulgaren, Türken, der eine Stamm den Islam, der andere das Christenthum, ein dritter das Judenthum annahm; der zweite iranische Großchan Abagha neigte sich dem Christenthum und der dritte Tugador dem Islam zu, weil er mit vielen mongolischen Großen sich verfeindet hatte. Dieser nahm gar den mohamedanischen Namen Ahmed an. Er begünstigte die Mohamedaner, welche den Kern der Bevölkerung seines Reiches ausmachten, auf Kosten der übrigen Bevölkerung, um mit ihrer Hilfe seine Gegner bekämpfen zu können, welche ihm den Thron streitig machten. Dadurch erbitterte er aber einerseits die mongolischen Krieger, welche gerade die besiegten Mohamedaner am meisten haßten, andererseits auch die Christen und Juden. Die Letzteren waren nicht ohne Einfluß auf die mongolische Bevölkerung. Jüdische Krieger aus der Gegend von Mschabur, wo sie seit langer Zeit unbesiegt hausten, hatten sich wohl den Mongolen auf ihren Sturmzügen angeschlvssen. Die europäischen Juden glaubten geradezu, viele Tartaren, welche zur Züchtigung der Christen herangezogen kamen, seien Juden, und sie sollen ihnen, wie man sie beschuldigte, heimlich Waffen geliefert haben. Mose Nachmani, der philosophisch gebildete Mystiker, der die Mongolen während seines Aufenthaltes in Palästina im Allor aus nächster Nähe kannte, hoffte, daß mit ihrer Herrschaft eine neue Aera, die meffianische Zeit beginne, indem sie der Wahrheit des Judenthums am nächsten stünden. Tupadar-Ahmod, der mohamedanische Jlchan, erlag zuletzt den Angriffen seiner Gegner und namentlich seines Neffen Argun, des Sohnes Abagha's, dem er die Krone geraubt und nachgestellt hatte. Argun wurde Großchan von Iran (von August 1284 bis März 1291) und seine Regierung war ein Sonnenblick für die in der Christenheit gehetzten Juden. Er hatte einen jüdischen Minister,

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