Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 42)
- Language
- German
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22 Vorstande öftersventilirt. Wir führen hier an: SalomonZbnAderet, 1280; Ascher b. Jechiel, gest. 1327; Simon Duran, 1361; Jsak b. Scheschet, 1374; Moses de Tram, 1505; Samuel Aboab, gest. 1694 u. s. w. bis aus die neueste Zeit. Ein Princip galt seit den ältesten Zeiten und war dasselbe schon bei den Berathungen des Gynhedrions in Kraft, das der Majorität, und waren bei Gemeindeangelegenheiten in früherer Zeit sämmtliche Gemeindemitglieder ohne Unterschied, ob arm oder reich, stimmfähig. (S. Eschel Abraham zu Orach Chajim 53, 21.) Die Beschlüsse derselben*) hatten volle Giltigkeit und ebenso waren die Beschlüsse des von der Gemeinde gewählten Vorstandes für die Gemeinde bindend. Es wurde jedoch schon bei der Abstimmung im Synhedrion Rücksicht darauf genommen, daß keine Pression Platz greise. Die Abstimmungen begannen deshalb bei den jüngsten Mitgliedern. Unbeengt von äußeren Rücksichten, konnten die älteren, wenn sie es angemessen fanden, opponircn. **) Ferner galt als Grundsatz: jede Gemeinde ist in ihren Angelegenheiten autonom. MitAusnahme der wichtigsten Gesetze derReligion, die als geltend anerkannt wurden, stand es jederGemeinde frei, nach ihrem Gutdünken Statuten rc. festzusetzen. Selbst aber in streng religiösen Fragen war die Praxis nicht überall gleich. Die Behörden hatten sich im Ganze» nicht um die inneren Angelegenheiten der Juden gekümmert, außer wenn Denuncianten eine Veranlassung dazu gaben, oder wenn man Versuche machte, die *) Es sind auch Fälle angegeben, wo die Majorität der Minorität sich fügen muß, bei dem Baue eines Bethauses re. (Chosehen hamischpat 163). **) Das Princip der Majorität wurde von dem Schristvers (Exodus 23, 2) achare rabbim Thatoth — »nach der Mehrheit soll man sich richten'- — abgeleitet.