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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1862-01-01 · Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862) · p. Seite 14

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 14 (sequence 34)
Language
German
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14 ist das so ausgemacht, daß die Lehrbücher der Geschichte der Philosophie sie nicht übergehen. Darum glauben wir uns der Mühe überheben zu können, von ihnen nach Seiten ihres Einflusses auf Nichtjuden zu reden. Wir meinen Philo in der alten Zeit, Spinoza und Mendelssohn in der neueren Zeit. Aber reden wollen wir von einigen Denkern des Mittelalters, denen zum Theil noch gar nicht, zum Theil erst in den letzten Jahren der wohlverdiente Ruhmeskranz, auch auf die nichtjüdische Welt mehr oder minder starken Einfluß zu haben, auf das Haupt gesetzt wurde. Der Erste, den ich meine, ist der jüdische Arzt Jsaac Israeli aus Aegypten, der um's Jahr 940 starb. Seine Verdienste um die Arzneiwiffenschaft sind längst anerkannt, ja nur zu sehr anerkannt, denn man hat einen Diebstahl an seinen Werken begangen. Geringer werden seine Leistungen auf philosophischem Gebiete angeschlagen. Aber man wird anderen Sinnes werden, wenn man gewahrt, wie oft der größte christliche Denker des Mittelalters, Albert der Große, in den 21 Folianten, die er uns hinterlassen hat, den Namen des Mannes citirt, und wenn man die Lehrmeinungcn, die er von ihm anführt, in's Auge faßt. Ich bedaure, daß diese Lehrmeinungen nicht derartig^sind, daß ste ohne große Vorausschickungen vorgetragen werden können. Ich habe jedoch eine bedeutendere Erscheinung vorzuführen. Die christlichen Schulen des Mittelalters Hallen von einem Namen wieder, den sie feiern unter den ersten Denkern, dessen Meinungen sie nur mit einer gewissen Scheu widerlegen, weit öfter aber annehmen und zu den ihrigen machen. Dieser Name ist Avicebron oder Avicebrol. Wer ist Avicebrol, welchem Glauben gehört er an? Das hat man lange nicht gewußt und wahrlich nicht zum Schaden für seinen Ruhm. Avicebrol war Jude, und zwar ein in der jüdischen Welt, wenn auch nicht unter diesem verstümmelten

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