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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1862-01-01 · Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862) · p. Seite 11

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 11 (sequence 31)
Language
German
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II behaftet, und das Stoffliche kommt, nach Aristoteles, nicht durch Gott und nicht aus Gott, darum kommt es auch nicht in Gott, zu seiner Kenntniß. Kann man zu einem Gotte, wie ihn Aristoteles aufstellt, beten? Gewiß nicht! Denn beten kann man nur zu einem Gotte, der eine Vorsehung ist, und eine Vorsehung ist nur der Gott, der jedes Einzelwesen kennt und auf jedes Einzelwesen mit Freiheit und Absicht thätig ist. Während so die Griechen philosophirten, mit dem Materialismus begannen und mit dem echt künstlerischen Resultate schloffen, daß dieWelt, daß das All ein für einander Paffen, ein sich in einander Fügen zweier ewiger Wesenheiten, der Materie und der Form, sei, halten die Juden überhaupt noch nicht philosophirt im strengen Wortverstar.de, aber die Resultate der griechischen Philosophie bereits überflügelt durch den ersten Satz der Schrift: „Im Anfänge schuf Gott Himmel und Erde." Hier war kein Zwiespalt von Geist und Stoff. Denn die freie Schöpferkraft Gottes hatte Beides, die Materie so gut wie den Geist, aus sich entlassen. Auf den Grund eines solchen Satzes konnte sich eine Vorsehungslehre erheben, auf Grund eines solchen Satzes war Gott wissend und handelnd. Es gibt Sätze, die, weil sie heute jedes Kind weiß, für einfach gelten. Statt dessen sollte man schließen: Weil es ein Satz ist, der in der ganzen civilisirten Welt jedem'Kinde bekannt ist, ist es ein Gotteswort. Es ist Thatsache, daß das Heidenthum zu dem Gedanken einer Schöpfung, einer Schöpfung durchs Wort, einer Schöpfung auch des Stoffes, sich nicht erheben konnte. Es ist Thatsache, daß der eineSatz, oder der Satz: „UndGott sprach, es werde Licht, da ward Licht," in das Heidenthum geschleudert, seine ganze Denkweise umgestaltet hätte, und — wir fügen hinzu — wirklich umgestaltet hat. Zwar Judenthum und Heidenthum gingen Jahrhunderte lang neben einander her, ohne sich zu berühren. Und als durch Alexander

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