Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 216)
- Language
- German
- Belongs to
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192 wurden vom äußersten Ende der »Gaffe« jene drei Schläge des Hammers hörbar, die die Leute zum Gottesdienste beriesen. Wie am Morgen, so war auch diesmal die Wirkung der vernommenen Tone auf den starken Mann erschütternd. Sein Gesicht verfärbte sich wieder und nahm einen Ausdruck von Angst an; er zitterte vom Scheitel bis zur Fußspitze. Dann warf er wieder einen lauernden Blick gegen die geschlossenen Fenster. »Nichts als Klopsen und Klopfen,« murmelte er. »Sie möchten Einem die geheimsten Gedanken aus dem Gehirne heraushämmern, wenn sie nur könnten . . Möcht' nur wissen, von wem sie das gelernt haben. . Bor einer Glocke kann man das Ohr verschließen, man braucht blos die Hand davor zu halten . . aber mit dem Hammer kommen sie an jede Thüre und jagen eine» auf. . Wer gibt ihnen das Recht dazu? . . und wenn ich gerade nicht hören will? . .« Zn horchender Stellung stand er dann einen Augenblick still. »Glaubst Du, er bleibt noch lange aus?« fragte er mit ängstlichem Tone zu Ephraim hinüber. »Wer, Vater?« »Der Hammer —« »Er ist schon an dem vorletzten Hause!« Jetzt erdröhnten die drei hölzernen Schläge an der Thüre des eigenen Hauses. Anschel athmete tief aus; er fuhr mit der Hand nach der Stirne, es standen Schweißtropfen daraus. »Gottlob!« rief er halblaut, »das ist nun auch vorüber. . und kommt wieder erst am Morgen . . . Morgen! Der Narr von Schulklopfer weiß nicht einmal. .« Der unausgesprochene Gedanke schien seinem Körper wieder die alte Schnellkraft zurückgegeben zu haben. »Ephraim, mein Sohn!« rief er und schlug dabei mit überströmeud lustiger Stimmung aus den Tisch, »Du sollst bald gewahr