Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 166)
- Language
- German
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ohne jedoch außer Munk s -.Palästina« irgend jüdische Quellen benutzt zu haben. Dahingegen dürste Wetzstein »Reisebericht über Hauran und die Trachonen« manches Licht aus jüdisches Alterthum werfen und in »Gräße's (Hofrath in Dresden) »Orbis kitinus« wird der Forscher auch Aufschluß über Städte- und Ländernamen finden, die in jüdischen Werken des Mittelalters Vorkommen. — Kuttner's (in Pest) »Geographie von Palästina« scheint weniger auf israelitische Leser berechnet. Dritter Brief. Heute habe ich Ihnen vorerst über die in hebräischem Idiom verfaßten und edirten Schriften zu berichten. Die Anzahl derselben ist diesmal nicht so bedeutend, wenn ich die in Rußland und Galizien erschienenen ausnehme, die bei dem leider unregelmäßigen Zustande des hebräischen Buchhandels häufig nicht zu meiner Kunde gelangen. — Bor Allem erwähne ich die neue »Wiener Tälmudansgabc-, wovon der erste Band mit der Tosifta, vermehrt durch die unter dem Text angebrachten Varianten nach einer Handschrift (vgl. meine vorjährigen Literaturbriefe), erschienen ist und durch schone Ausstattung sich anszeichnet. In Bukarest ward gedruckt der Sifra mit punktirtem Bibeltexte und einem neuen umfassenden Commentar vom Rabbiner M. L. Malbim. Diese Arbeit erinnert an die alte gediegene Zeit, wo ein Schriftsteller sich einem Werke ganz hingab und es mit ungestörtem Fleiße zu vollenden strebte. Der gelehrte Verfasser hat es sich zur Aufgabe gemacht, sämmtliche im Sifra enthaltenen biblischen Interpretationen logisch und gramniatisch zu rechtfertigen und hat zu diesem Behufe in der Einleitung 633 Regeln (nach Anzahl der 613 GeundVerbote) mit großem Scharfsinne aufgestellt, auf denen die Bibel-Interpretation des Sifra beruhet ainb deren Anwendung bei jedem einzelnen Satze nachgewiesen wird. Es kann nicht fehlen, daß hierbei manches Gesuchte unterläuft; jedenfalls ist es aber ein Zeichen des Fortschritts, daß man selbst in den Donau-