Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 156)
- Language
- German
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132 besprochen. Mit einigen allerdings zu apologetisch gehaltenen Schilderungen wird man durch den warmen und begeisternden Ton , der im Ganzen vorherrscht, wieder versöhnt. Auch fehlt es nicht an sachgemäßen Erklärungen einzelner Bibelverse. Die Fortsetzung über die nichtpentateuchischen Bücher der Bibel ist bald zu wünschen. Frankel's Monatschrist brachte den Anfang eines Aufsatzes von H. G rä ß »Zur hebräischen Sprachkunde und Bibelexegese, - worin manche Buchstaben und Transpositionen in den bibl. Schriften meist mit Geschick, mitunter aber auch gewagt hingestellt werden, ferner eine Erklärung des 34 Cap. im Ezechiel von Zastrow (Prediger in Warschau). Auch die phantasiereiche Hypothesenkritik über den Ursprung biblischer Bücher ist von einem jüdischen Schriftsteller versucht worden! Volkmar in Zürich hatte nämlich die Abfassung des apokryphischen Buches Judith , das man längst für sabelhast hielt und dessen Inhalt in den Schriften des jüdischen Alterthums nirgends erwähnt ist, in die nachhadrianische Zeit gesetzt, dergestalt, daß die in jenem Buche erzählten Begebenheiten manche Ereignisse, die sich unter Trajan zutrugen, verhüllt darstellen sollten. Die Richtigkeit dieser Annahme wird hingegen von anderen Gelehrten bestritten (vgl. Hilgenfeld, Zeitschr. f. wissensch. Theologie) und sind die Acten darüber noch nicht geschlossen. Den Ruhm, ebenfalls eine solche Hypothese aufzustellen, wollte sich nun ein jüdischer Autor (I. Levi in Breslau) nicht nehmen lassen; derselbe bringt heraus (im 3. Jahrg. des Ozar Nechmad), daß es mit dem Buche Esther ähnliche Bewandtnisse habe! Der Inhalt desselben beziehe sich nämlich aus die in dem märchenhaften dritten Makkabäerbuche erzählte Judenverfolgung des ägyptischen Königs Ptolemäus Philopator. Auf diese Weise glaubtHr. Lewi die mancherlei exegetischen und historischen Unklarheiten des Buches Esther aushellen zu könne», bedenkt aber nicht, daß das Buch Esther ganz das Gepräge persischer Sitten und Anschauungen an sich trägt, anderer Einwendungen zu geschweigen. — Bon Werken nichtjüdi-