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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1861-01-01 · Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861) · p. Seite 127

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
Date
1861-01-01
Page
Seite 127 (sequence 151)
Language
German
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127 zusammenhängt, daß dessen Ausbreitung und Fortbestand ohne selbige fast nicht denkbar ist. Von dem Augenblicke an , wo das mosaische Gesetz eigentlich zur vollen und vonda ab ununterbrochenen Anwendung gelangte, das ist seit der Rückkehr aus dem babylonischen Exil«, erscheint die Tradition in seiner Begleitung. Die Gerten und Glaubensrichtungen, welche eine zur Erläuterung der schriftlichen mosaislben Lehre bestehende Tradition nicht annehmen wollten, gingen entweder bald wieder unter , oder konnten allgemeine Geltung sich nicht verschaffen, oder mußten endlich selbst wieder zu einer Art Tradition, der sie nur einen andern Namen beilegten, ihre Zuflucht nehmen. — Ist die Tradition sonach die Basis der ferneren Entwicklung des Judenthums, erkennt man hieraus ihre hohe Bedeutung für das religiöse Leben, so ist auch der Grundsatz, daß die von dem Soferim (alten Schristgelchrten) ausgegangenen Anordnungen gewichtiger seien, als die Bestimmungen der schriftlichen Lehre (Mischna Synhedr. 11, 3.1 folgerichtig. Dahingegen sind die in den talmudischen Werken vorkommenden Säße über den gleichzeitigen sinaitischen Ursprung mancher soserischen und nach späteren Bestimmungen durchaus keine dogmatischen Feststellungen. Diese und ähnliche Aussprüche, insofern sie blvs den Glauben und nicht die That in Anspruch nehmen, haben mehr oder minder hagadischen Charakter. Die offenbare Thatsache der Tradition sollte durch dergleichen veranschaulichende Darstellungen und theilweise Anlehnungen an Bibelverse auch schwächeren Gemüthern eingänglich gemacht, und ihnen dadurch Mittel an die Hand gegeben werden, etwaigen Einwendungen von Sectirern in damals üblicher Weise zu begegnen. — Erst die nachtalmudischen Systematiker, insbesondere Maimvnides, gingen darin weiter. In einer logisch geordneten und streng durchdachten Architectonik des gesammten jüdischen Religionscomplexes, wie solche Maimvnides beziehentlich in seiner Mischna-Einleitung und seinem umfassenden Ritualcodex ausstellt, dursten allerdings auch

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