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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1861-01-01 · Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861) · p. Seite 83

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
Date
1861-01-01
Page
Seite 83 (sequence 107)
Language
German
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IRI
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83 einen Seite hat der Gründer einer Privatanstalt Garantien der intellektuellen und moralischen Bildung zu documentiren, die jene eines öffentlichen Lehrers weit übersteigen, und wird somit die Bedeutsamkeit seiner Unternehmung anerkannt; auf der anderen Seite versagt man seinem Urtheile über die ihm anvertraute Jugend die Giltigkeit, die man dem Votum des letzten öffentlichen Lehrgehilsen einräumt. Gilt es eine Concessivn zu erlangen, da ist das Privatinstitut ein kostbarer Diamant in der Krone des Schulwesens, und hat man die Bewilligung, so wird es als schlechte Glasperle rangirt. In diesem Sinne wird das Privatinstitut für ein steuerbares Gewerbe erklärt, ohne Schutz, Freiheiten und Rechte eines solchen zu genießen. So weit ging vormals die Furcht vor Reformen, zu denen freilich Privatinstitute die geeignetsten Experimentirstätten sind. — Diese Zwitterstellung aber, die das Privatinstitut einerseits erhob, andererseits demüthigte, Mißtrauen, Eifersüchtelei dort, Theilnahmslosigkeit, Kaltsinn da, zehren an seiner Existenz, unterwühlen seinen Boden — und das wäre kein Gift? —! Die Juden aber zudem an Orten, wo sie keine eigenen Schulen haben und daher um pädagogische Interessen sich wenig kümmern, ziehen die schlechtesten christlichen Schulen den besten jüdischen vor. Sie lassen sich Schimpf, Schmach, Hintansetzung gefallen, wenn sie nur die Ehre haben können, daß Nichtjuden ihnen die Unehre anthun. In den unteren Volksschulen durchzieht das religiöse Element wie ein rother Faden alle Lehrfächer, fast die Hälfte der Lehrstunden wird dem Unterricht in der Religion zugewendet; Fibel, Lesebuch haben specifisch-religiöse Färbung, daß ein jüdisches Kind an seinem Gott und Glauben irre werden muß — thut nichts, die Juden drängen sich dahin! Es bestehen Instructionen, die dem unbefangensten christlichen Lehrer gar bedenkliche Ansichten über Jndenkinder erwecken müssen. Thut nichts, die Juden drängen sich dahin! — Warum? Ich mag und will das Warum nicht durchdenken. — Es gibt allerlei 6 *

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