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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1861-01-01 · Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861) · p. Seite 3

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
Date
1861-01-01
Page
Seite 3 (sequence 27)
Language
German
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3 selbst aus der Hauptstadt eines Kronlandes, in welchem den Juden die Niederlassung nicht gestattet ist, aus Klagenfurt, wurde ein solches Gutachten abgegeben. Mit der Ernennung des Ministers Schmerling waren die Würfel gefalle», und das Programm desselben, die Gleichberechtigung der Confessionen voranstellend, ließ hierüber keinen Zweifel zu. Es zeigte sich aber gar bald, daß diese Gesinnung nicht nur in den Handelskreisen, sondern in der gesummten Bevölkerung wurzle. Schon bei den Wahlen zu den Gemeindekörpern, die dem Diplome vom 26. Februar vorangingen, waren es nicht die religiösen, sondern die politischen Glaubenskenntnisse, welche hervorträten. Und hier, wie dann später bei den Landtagswahlen, erachteten es die meisten Candidatcn ihrer Bewerbung förderlich, wenn sie sich zunächst zum Princip der Gleichberechtigung der Confessionen bekannten. Da die Juden aber überall nur einen geringen Factor der Bevölkerung bilden, so find die gedachten Erscheinungen ganz allein dem wachsenden Einflüsse der liberalenJdeen zuzuschreiben. So wie aber einmal die Ansprüche aller Staatsangehörigen, ohne Unterscheidung des Glaubensbekenntnisses, als gleichberechtigt angesehen wurden, so schloß sich daran das Bestreben, denselben die angemessene Vertretung zu sichern. Es galt dies den Protestanten wie den Juden, und die bezüglichen Manifestationen drangen überall durch. Nirgends aber haben sich echter Gemeingeist und Gerechtigkeitssinn in so eclatanterWeise dargelegt als am Centralfitze des Reiches, in Wien. In den Wiener Gemeinderath wurden dreiJsraeliten gewählt: Ignaz Kuranda, Redacteur der „OstdeutschenPost", Moriz Pollak, Großhändler, Wilhelm Frankl, Lederhändler; in die Gemeinderepräsentanzen der Umgebung Wiens: in Döbling derBränhausinhaberKuffner, in Sechshaus derWeinhändlerBaumgarten und der Fabriksleiter Berger, in St. Beit der Fabriksbesitzer Menzel. In den niederösterreichischen Landtag wurden gewählt und zwar von i *

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