Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 28)
- Language
- German
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4 der niederösterreichischen Handelskammer einstimmig der Handelskammerrath Spediteur Simon Winterstein und der Redacteur Kuranda; endlich aus dem niederösterreichischen Landtag zum allgemeinen Reichsrath die beiden Letztgenannten, wobei unter zwölf Vertretern der Stadt Wien, welche vier Reichsräthe zu wählen hatten, eine Wahl Kuranda, unter vier Vertretern der Wiener Handelskammer, welche einen Reichsrath zu wählen hatten, die andere Winterstein traf. Es verdient hierbei bemerkt zu werden, daß sowohl bei den Gemeindeals bei den Landtagswahlen es nicht der hervorragende Reichthum, sondern die zucrkannte Befähigung war, welche den gewählten Israeliten das Vertrauen ihrer Mitbürger erschloß. * In Böhmen fand sich die mächtige czechische Partei durch die herrschende Dolksstimmung veranlaßt, in ihrem Programme von der früher beabsichtigten bedingten Gleichstellung zur unbedingten übcrzngehen. Die liberale Gesinnung der Deutsch-Böhmen trat glänzend in den Wahlen zum Teplitzer Gemeinderath hervor, in welchem unter vierundzwanzig Gemeinderäthen sechs Israeliten gewählt wurden, so wie auch dieHandelskammcrzuEgerin ihrem Gutachten über die Wiederherstellung der Valuta die Glaubensfreiheit voranstellte. In den Prager Gemeinderath wurden sieben Israeliten gewählt: Lippmann, von Portheim, Dormitzer, Gustav Fischel, J. U. D. Wiener, Med. Dr. Gitschin, Wolfgang Löwcnfeld. Zn den böhmischen Landtag wurden gewählt aus Prag: Leopold Ritter v. Lämel und Dr. Tedesco, aus dem PilsnerBezirke: Fürth, Fabriksinhaber in Strakonitz, dem sein muthvolles Halten zur deutschen Partei nachmals eine ehrende Katzenmusik von Seite der Czechen zuzog. Zn Mähren erhielt Simon Hartmann, der in die Gemeindercpräsentanz gewählt wurde, unter andern Stimmen auch die der Capitulargeistlichkeit. Zn Brünn wurde Philipp Gomperz in den mährischen Landtag gewählt. In dem Bezirke Wessely einigten sich die israelitischen Wähler dahin, einen ihnen als freisinnig und un-