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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1860-01-01 · Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860) · p. Seite 132

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 132 (sequence 158)
Language
German
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132 sein, damit Andere davon durchdrungen werden. Und wie hängt der Mensch oft an Kleinigkeitenj wie häufig hört man von vernünftigen Leuten mit Ehrfurcht irgend ein Verbot oder einen Rath ihres längst verstorbenen Arztes erwähnen, von deren getreulicher Befolgung sie ihr körperliches Heil abhängig glauben, indeß möglicherweise der Selige beim Ertheilen des Rathes an ganz andere Dinge gedacht und nur die stereotype Besuchzeit mit irgend einem Gespräche hat ausfüllen wollen. Natürlich ist hiemit von psychologischer Seite der Charlatanerie Thor und Thür geöffnet, das darf jedoch den Wohlmeinenden nicht abschrecken, ben Kranken bei seiner schwachen Seite zu fassen, um auf denselben wie auf Kinder und Unmündige durch Symbole zu wirken. Wenn Gruby einem vollgenährten Bankier seinen feinen Wagen und die Champs elysees verbietet, ihn aber zwei Stunden täglich in einem mit zweideutigen Federn versehenen Cabriolet durch die schlechter gepflasterten Straßen der Vorstadt fahren heißt; wenn er einen Zweiten,, der lange an lukullischer Tafel geschwelgt hat, zu einem mehrwöchentlichen ausschließlichen Genuß von Salat verurtheilt; wenn er einer Dame beim Frühlingsanbruche an's Herz bindet, den Fußteppich nicht auf einmal, sondern stückweise aus dem Zimmer zu entfernen: so sieht das wohl dem Anscheine nach der Charlatanerie oder mindestens der Pedanterie ähnlich, und dennoch hat es bei ihm einen ganz anderen, einen durchaus positiven Grund uitb ist zugleich mit einer der Haupthebel des immensen Vertrauens, das man in die Rathschläge des berühmten Arztes setzt. Das sind eben die mille passus der ‘ salernitanischen Schule, und heute noch wie vor tausend Jahren gehorcht man Orakelsprüchen leichter als einer vernünftigen Auseinandersetzung. Und wirken Reisen, Bäderbesuch, sogenannte Hungerkuren in chronischen Krankheiten etwa a\u

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