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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1860-01-01 · Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860) · p. Seite 131

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 131 (sequence 157)
Language
German
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131 Fragen stellte, wie es gewöhnlich Aerzte nicht zn thun pflegen; als ob er vor einem, dem Erperimente nnterworfenen Thiere stände, so sollte Alles erforscht werden und namentlich, war erst die Diagnose festgrstellt, den Krankheitsursachen ans Schritt und Tritt zu folgen, ihre Spuren in Speise und Trank, in Kleidung und Gewohnheiten, in Tugend wie Lastern ausznspähen, einmal gefunden, sie unerbittlich vertilgen oder ihr sichere Schranken zu setzen — das war von nun an sein Tagewerk. Es ist leicht zu denken, daß ein an eracte Forschung Gewöhnter bei solchem Ernste selbst in diesem lücken- und klippenreichsten Gebiete es bald zu positiven Ergebnissen gebracht hat, und ein Schatz von Erfahrungen in der Lehre von den Krankheitsursachen, die sich oft wunderbar ins Detail der menschlichen Gewohnheiten vertiefen, bildet Gruby's unläugbar größten Vorzug im practischen Leben, der ihm in vielen chronischen Krankheiten die Herrschaft über die eigentlichen Wurzeln des Leidens in die Hand liefert. Wer einerseits die Eigenheit der Menschen kennt, ihre Krankheiten, die oft und meist einer langen Kette von schädlichen Einflüssen das Dasein verdanken, mit Beharrlichkeit einer nicht selten eingebildeten oder doch nebensächlichen Ursache in die Schuhe zu schieben, andererseits ihre Zähigkeit im Festhalten alter Angewöhnungen bedenkt, dem wirb das weite Feld bekannt sein, das sich hier dem denkenden Arzte öffnet, zugleich aber auch die Schwierigkeiten, die er, um wirken zu können, aus dem Wege zu räumen hat. Ueberzeugend zum Kranken zu reden, ist nicht genug, man muß auch überzeugend handeln; die eigene Lebensweise muß bis in die letzten kleinen Züge einen Character von Zweckmäßigkeit an sich tragen, die wie ein ansteckendes Beispiel wirkt, ja man muß vielleicht erst selbst von seiner Predigt überzeugt g *

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