Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 109)
- Language
- German
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83 mahnt, doch in dieser Sünde verbleiben sollte, verfällt den durch die kanonischen Gesetze angedrohten Strafen. In Folge dessen haben in Westgalizicn während der Ehar- Gläubigen Christi jede Gefahr, die für ihren Glauben und ihre Sittlichkeit aus ihrem Umgang mit Ungläubigen entstehen könnte, zu entfernen, die nähere Gemeinschaft mit Ungläubigen, und insbesondere mit Juden, den Christen immer verboten hat und verbietet. Namentlich verwehrt sie den Juden jede obrigkeitliche Gewalt über die Christen (cum sit uimis absurdum, ut blasphemus Christi in Christianos vim potestatis exerceat. Decret. Lib. V. lit. 6. cap. 16.). Den Christen aber untersagt sie unter der schwersten Strafe — nämlich unter Androhung des Bannfluches — mit den Juden zusammen wie in Einer Familie zu wohnen (excommunicentur, qui cum eis [Judaeis] praesumserint habitare, 1. c. cap. 6. quoniam Judaeorum mores et Nostri in nullo concordant et ipsi de facili ob continuam conversationem et assiduam 1‘amiliaritatem ad suam superstitionem et perfidiam simplieium inclinarent. 1. c. cap. 8.), sie verbietet, daß Christen einen dauerhaften Dienst bei Juden annehmen, und daß christliche Ammen jüdische Kinder säugen. (Inhibemus districte, ne [Judaei] nutrices vel servientes habeant Christianos, ne filii liberae famulentur ancillae sed tamquam sem a Domino reprobati, in cujus mortem nequiter conjurarunt, se saltem per effectum operis recognoscant servos illorum quos Christi mors liberos e illos servos effecit 1. o. cap. 13 ). Doch ist der tägliche Erwerb bei Juden, als: mit der Sichel, der Sense, der Hacke, mit dem Dreschflegel u, dgl., den Christen nicht verwehrt. »Diese canonische Gesetze sind Ln den geistlichen Provinzialversammlungen des polnischen Königreichs, sowie in den DLöcesansynoden öfters erneuert und verschärft worden. Und wiewohl es nicht an entgegengesetzten Mißbräuchen mangelte, so haben doch die Bischöfe über die Wahrung der kirchlichen 6