Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 108)
- Language
- German
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82 den wie in einer Familie wohnen sollte, und jedes christliche Weib, welches mit seinen Kräften ein jüdisches Kind nähren sollte, eine schwere Sünde begeht, und wer von der Kirche er- Gerechtigkeit lastet, sind sie doch stolz auf ihre Abkunft, halten sich noch immer für das von Gott auserwählte und von Gott einzig geliebte Volk, und verachten alle anderen Völker als unrein. Und indem sie stets der Ankunft des Messias entgegensehen, der sie vom Joche der fremden Völker befreien und alle Völker ihrer Herrschaft unterwerfen sollte, leben sie fortwährend im Hasse gegen Christus ^den Herrn und seine Bekenner, und gebrauchen verschiedene Mittel, ihnen zu schaden. Besonders unser Land, wohin die in allen anderen Ländern bedrückten, gejagten und verfolgten Juden zahlreich kamen, und wo sie, nachdem sie gastliche Aufnahme gefunden und größere Freiheiten als irgend anderswo erhalten haben, zu immer größerer Zahl heranwuchsen: unser Land besonders hat mehr als andere durch Juden gelitten. »Auch Ihr, ehrwürdige Brüder, müßt wohl gleich uns mit Schmerz immer daraus blicken, wie die in den Dorfwirthshäufern wohnenden Juden unser ungebildetes Volk irreführen, wie sie seine Sittlichkeit verderben, indem sie dasselbe zum Trunk und Müßiggang verleiten, wie sie seine Habe, seine Arbeit und seinen Verdienst zu Grunde richten. Dieses Nebel hat in neueren Zeiten noch mehr überhand genommen, und droht mit immer ärgeren Folgen, besonders da die Juden, die oberwähnte Regierungsverordnung benützend, nicht verabsäumen werden, die Christen zur näheren Gemeinschaft mit sich heranzuziehen und hiedurch ihren verderblichen Einfluß auf dieselben zu erweitern. »Allein was daö Staatsgesetz den Juden erlaubt, das verbieten die Kirchengesetze den Christen. Nicht unbekannt ist es Euch, ehrwürdige Brüder, daß die heilige Kirche, wiewohl sie von der einen Seite nach der Lehre Christi des Herrn alle Menschen, somit auch die Feinde unseres heiligen Glaubens, zu lieben befiehlt, doch von der andern Seite, um von den