Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 67)
- Language
- German
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41 fen; doch nahm man in Judäa auch wollene, Ln Galilea leinerne Kleider, im Saron junge Rinder und von den sehr Reichen Ln Mechuza auch goldene Ketten an. Dafür sollen sie das Brot noch vor Sonnenaufgang backen, daß die Armen schon früh am Morgen es erhalten können. Von Unmündigen wurde gar keine Gabe angenommen, und eben so wenig forderte man Heiden dazu auf. Was diese aus eigenem Antriebe gaben, soll »aus Achtung vor den Menschen«, doch für ewige Zeiten nach dem Wortlaute der Widmung verwendet werden. Als z. B. Jsra-Hormuzd, Mutter des Perserkönigs Sabor, 400 Denare, mit der Widmung: »dem dringendsten Liebeswerke,« an R. Josef übermachte, wurde erst großer Rath gehalten, was am dringendsten sei. Man kam überein, es sei die Auslösung der Gefangenen, denn Freiheit sei das höchste Gut. Diesen Bestimmungen setzt noch Maimonides die Warnung vor jeder Engherzigkeit hinzu; man solle immer das Beste und Schönste für die Armen aussuchen, denn es stehe geschrieben: »Das Fettstück opfere dem Herrn.« Der Armenvorsteher, Gabbaim (Verwalter) genannt, werden zwei für die Tamchuj, drei für die Kuppa erwählt, die das allgemeine Vertrauen genießen und verdienen. Als Muster werden R. Chananja, B. Teradion und Benjamin der Fromme genannt. Ihre Aufgabe ist, die Spender vor Zudringlichkeit, die Annen vor Beschämung, sich selber vor Parteilichkeit, das Gesetz vor Verletzung zu schützen. Gehen sie sammeln, so sollen sie sich nie von einander trennen, nie die empfangenen Gelder mit der eigenen Barschaft vermengen. Bei der Vertheilung halben sie zu prüfen, ungebührlich Verlangen zurückzuweisen, doch mit Zartheit zu verfahren, und die ihnen unvermeidlich widerfahrenden Beleidigungen ruhig einzustecken. Sie versammeln sich jeden Freitag, weil zur Sabbatrüste die Vertheilung vorge-