Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 43)
- Language
- German
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17 bahn Neigung zu seinem Stande einflößen und seine Hoffnungerl und Aussichten beleben. — Derjenige, welcher mit vorzüglichen Eigenschaften begabt und seine Talente zum großen Nutzen - des Dienstes anwendet, muß allein ausgezeichnet und bei vorkommenden Beförderungen vorzüglich berücksichtigt werden.« Der Weg zu allen militärischen Höhen steht also dem Israeliten in der österreichischen Armee offen. Die Ursache aber, daß dessenungeachtet verhältnißmäßig wenig israelitische Officiere, namentlich höheren Ranges, im österreichischen Heere anzutreffen sind, liegt tu dem Umstande, daß die Liebe zum Wehrstande eigentlich erst mit dem denkwürdigen Jahre 1848 bei den österreichischen Israeliten erwacht ist. Bis zum letztgenannten Jahre herrschte eine eigene — Waffenscheu in Israel. Das Kontingent wurde zwar richtig abgestellt, aber nur zwangst weise; es bestand zum größern Theile aus Leuten der niedrigsten Bolksclassen, welche weder Lust und Liebe, noch besondere Eignung zum Dienste mitbrachten und vom Militär mit Geringschätzung und Härte behandelt wurden. Als aber der Stern des Friedens an Oesterreichs Himmel sich verdunkelte, als das bedrängte gemeinsame Vaterland die Hilfe aller Gutgesinnten angerufen, da gab sich auch ein größeres Zuströmen von israelitischen Freiwilligen, und zwar aus besseren Häusern, zur Armee kund. Mit seltener, ungestümer Tapferkeit, mit lobenswürdiger Bereiiwilligkeit und mit altbewährter Treue schaarten sich die jungen Israeliten um die kühn entfaltete Fahne des österreichischen Doppelaars. Das Ehrgefühl wurde rege, der Sinn für Unerschrockenheit und Aufopferung belebt. Nach den glorreichen italienischen und ungarischen Feldzügen verschwanden die schimpflichen Leibesstrafen für Disciplinarvergehen, die Dienstzeit wurde verringert und eine Jcchrb. f. Jsr. 1861. 2