Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 44)
- Language
- German
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18 humanere, zeitgemäßere Verfassung in allen Zweigen der Armee eingeführt. Von dieser Zeit her datirt sich eigentlich die allgemeinere Theilnahme der Israeliten an den Gefahren und Stürmen des österreichischen Heeres. Die Israeliten kämpften heldenmüthig aus allen Schlachtfeldern, bedeckten mit ihren Leichen alle Wahlstätten des Krieges und machten sich um Thron und Vaterland verdient. Sie wurden aber auch aller Belohnungen und Auszeichnungen theilhaftig, welche das wahre Verdienst krönen. Eine große Anzahl von der israelitischen Mannschaft avancirte zu Officieren, die Brust gar vieler durch Bravour, Eifer mtb Aufopferung ausgezeichneter Israeliten zieren Tapferkeitsmedaillen und Orden. Trotz der hie und da noch herrschenden Vorurtheile sind die israelitischen Soldaten in der österreichischen Armee gerne gesehen. Wird der Neuling auch nicht immer mit Liebe aufgenonrmen und mit Freundlichkeit gepflegt, wird er auch nicht immer mit Schonung und. Nachsicht in die neu betretene Laufbahn eingesührt, so gelingt es ihm doch bald, sich in der Gunst seiner Standesgenossen festzusetzen. Vermöge seiner nationellen Tugenden gewinnt der Israelit die Achtung und Liebe seiner Vorgesetzten, so wie die Anhänglichkeit und Freundschaft seiner Eameraden, sobald er einmal die »Abrichtung« überstanden hat. Der israelitische Soldat zeichnet sich vor allem Andern durch eine genaue Ausführung der Militärvorschrijten, durch eine pünktliche Folgsamkeit aus. Jener Urlauber antwortete auf die Frage, ob er schon Stockstreiche bekommen hat, ganz richtig: »Nein, die Juden bekommen keine Stockstreiche. Denn das ganze Geheimniß des Militärdienstes besteht darin, daß man den Befehlen der Vorgesetzten gehorcht, und — da gehorcht man halt immer!« Der Israelit vollzieht aber auch die an ihn erlassenen Befehle mit einer musterhaften Rührigkeit. Ueber-