Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 227)
- Language
- German
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189 13. Auch die Fürsten selbst und ihre Richter ermahnen wir ganz nachdrücklich, den Juden, die diese unsere Satzungen nicht halten wollen, keinerlei Gunst des Schutzes und der Vertheidigung zu gewähre», sondern wenn ihnen etwas von den Prälaten der Kirche aufgetragen wird, es getreulich auszuführen; im entgegengesetzten Falle mögen sie wissen, daß ihnen der Eintritt in die Kirche und die Theilnahme an gottesdienstlichen Verrichtungen verboten sein soll. 14. Wir wollen auch und befehlen bei Strafe der Excommunication, daß der erwählte Herr Erzbischof von Salzburg und dessen Suffragane sowie der Bischof von Prag diese unsere Satzungen mit uuserm Jnsigel versehen haben, und sie alljährlich in den bischöflichen Synoden und im Provinzial-Concilium vorlesen und sorgfältig beobachten sowie die die Laien betreffenden Puncte in den Pfarrkirchen ihrer Diöcesen veröffentlichen lassen sollen.« Wer diese Satzungen liest, wird nicht umhin können, sich höchlich darüber zu wundern, wie ihnen in unserer Zeit überhaupt nur ein anderes alsein antiquarisches Interesse zukommen kann. Und dennoch! wenn man die Dinge der Gegenwart, wie sie einmal sind, ins Auge faßt, wenn man die verschiedenen Elemente kennt, die nach einer Beeinflußung des öffentlichen Geistes streben, so wird man sich bei der einfachen Verwunderung nicht beruhigen können. Man wird die Macht derjenigen nicht unterschätzen, die ihre staatlichen Ideale in einer Zeit finden, da die Menschen noch in Religionshaß gegen einander wütheten und sich noch nicht zu dem versöhnenden Gedanken der Humanität erheben konnten, ja, die jeden Fortschritt zur Humanität als einen Abfall vom Glauben bezeichnen. Sie, die nur zu gern an das historische Recht avpelliren, lösen, wo es ihr Zweck erheischt, ganz unhistorisch, Institutionen längst vergangener Jahrhunderte von ihrem Zusammenhangs los, verhüllen ihre wahren Wurzeln und bieten sie der Gegenwart dar, als durch Alter ge-