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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1859-01-01 · Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859) · p. Seite 104

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 104 (sequence 142)
Language
German
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104 stratoren oder Pfandbesitzer von Gütern sein dürfen, befinden sich viele Güter unter diesen Titeln in ihrem Besitz (S. 97). Das Recht Häuser zu kaufen, findet nur in der Beschränkung des Wohnrechtes die eigene. Auf Staatsgütern, welche zum Bergwesen gehören, dürfen Juden wohnen, welche sich mit dem Ackerbau beschäftigen. Bei Entlassung jüdischer Soldaten ist der Grundsatz der Ansiedlung auf Staatsgriinden angenommen. Die Schrift hebt gebührend heraus, welchen Antheil Corruption und Vvrurtheile des ruffisch-polnischen Beamtenstaudes an der Fortdauer der drückenden Zustände der Juden bisher hatten. So war es eines der gewöhnlichsten Borurtheile, daß man der Trunksucht des polnischen Bauers damit zu steuern glaubte, indem man den Juden das Halten von Branntweinschenken verwehrte. Der russische Staatsrath Turkull legt aber dar (S. 104), daß in den 35 Jahren, seitdem man die Juden vom Getränkehandel in den Dörfern entfernte, weder Moralität noch Wohlstand der Bauern sich gebessert habe und im Gegencheil durch die Entfernung der Juden sich viele Bauern vom Pfluge zum Schnapshandel gewendet haben. Es erinnert dies an die Zeit, in welcher man wähnte, mit der Vertreibung der Juden aus Oberitalien auch den Wucher zu bannen, während die Lombarden an die Stelle der Juden tretend es ärger trieben als sie. Anerkennenswerth bleibt es, daß unter solchem Druck die Intelligenz des Juden sich noch zu hervorragenden Leistungen emporzuheben weiß. Mehr als ein Fünstheil der Juden im Königreiche widmet sich den Handwerken aller Art, und einige von ihnen sind durch ihre Arbeiten ausgezeichnet. So sind allein in Warschau Juden: der beste Steinmetz, der beste Schneider (der für den kaiserlichen Hof und für auswärtige Höfe Uniformen liefert), der beste Klempner, einer der besten Mützenmacher, einer der besten Schlosser, Posamentirer u. s. w. Gewiß ist es nicht minder anzuerkennen, daß auch die Sittlichkeit der russisch-polnischen Juden trotz des ver-

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