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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1859-01-01 · Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859) · p. Seite 86

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 86 (sequence 124)
Language
German
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86 amtsaspiranten in die bestehenden Seminarien, Verpflichtung zum Besuche der israelitischen Religionsschulen. Im gleichen Sinne kam eine Beschwerdeschrist des Oberrabbiners Sutro zu Münster ein und führte zu interessanten Kammerverhandlungen. Die Sitzung fand am 23. März 1859 statt. Das Haus hat die Petition dem Ministerium »zur Berücksichtigung« überwiesen, und sich damit aus Seite der Juden gestellt und für deren gutes Recht erklärt. Der Minister des Innern — Flottwell — verhieß eine reifliche Erwägung. Roch andere Zeichen weisen darauf hin, daß das Recht und die gute Sache in Preußen festern Boden gewinnt. Zum Landtage wurden zwei Juden, die Abgeordneten Veit und Reichenstein, gewählt. Das abgetretene Ministerium hatte der Wahl des jüdischen Kaufmanns Goldschmied zu Danzig zum Mitglied des Commcrzien- und Admiralitätscollegiums seine Bestättigung versagt. Eine glänzende Genugthuung ward ihm dafür zu Theil, indem ihn das älteste Collegium der Kaufmannschaft zum Vorsteher erwählte. Ebenso hat der jetzige Minister des Innern die von seinem Vorgänger versagte Bestättigung des jüdischen Gerichtsasseffors Dr. Samter zum besoldeten Stadtrath in Posen Atlassen und bei dieser Gelegenheit erklärt, daß der ferneren Beförderung jüdischer Assessoren kein principielles Hindernis im Wege stehe. Dr. Mosner wurde zum Rechtsanwalt und Notar, Dr. Remack zum außerordentlichen Professor der Klinik an der Universität zu Berlin ernannt. Picciotto wurde preußischer Generalconsul in Damaskus. Den rothen Adlerorden 4. Classe erhielten Dr. Lehmann in Glogau, Baruch Auerbach in Berlin, Commerzienrath Wilhelm Lechfeld in Glogau und Kaufmann Theodor Jos. Flatau in Breslau. In Magdeburg feierte Dr. Ludwig Philipson sein 25jähriges Dienstjubiläum und die Betheiligung daran erstreckte sich bis weit über Deutschland hinaus. Vom Kaiser von Rußland erhielt derselbe als Zeichen der Anerkennung und des Wohlwollens einen kostbaren Brillantring. Die persönliche

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