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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1859-01-01 · Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859) · p. Seite 74

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 74 (sequence 112)
Language
German
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r 74 setz festgestellt hatte, nachdem Militärbeförderungen bis zur Vorrückung zu Stabsoffizieren stattgefunden, nachdem endlich die Concurrenz zum Civildienste sich durch vermehrte Anforderungen und verminderte Glanzseiten fühlbar verringert hatte. In gleich begründetem Vertrauen, wie sich jüdische Jünglinge zu Landwirthen, zu Forst- und Bergmännern herangebildet hatten, lagen andere im höhern Bildungsdrange Facultäts- und technischen Studien ob, ohne daß sie besorgen durften, zwischen der Gewährung ihrer bürgerlichen Existenz und der Verläugnung ihrer religiösen Ueberzeugung die harte Wahl treffen zu müssen. So berechtigte Hoffnungen sind nach keiner Seite hin in Erfüllung gegangen. Von Dienstesverleihungen an Juden in irgend einer Branche verlautet in diesem Jahre nichts. Wenigstens ist nur die Anstellung des Dr. Dees als Bezirksarzt in Siebenbürgen zu unserer Kenntniß gelangt. Allein auch die ärztliche Carriere, welche den Juden seit undenklicher Zeit eine ungehemmte geblieben, sollte ihnen verkümmert werden. Nach einer Localverfügung der Prager Krankenhausdirection wurden Doctoren der Medicin auch aus dem unentgeltlichen Jnternistendienst des dortigen Spitals ausgeschlossen, nachdem man sie schon früher zum Secundararztdienste nicht zugelassen hatte. Mit Hofdecret vom Jahre 1817, Z. 8730 (einer Zeit, die doch intolerant genug war, da im selben Jahre das vielbesprochene Verbot, christliche Dienstboten zu halten, erschien) ist den Juden das Recht zuerkannt, in den Spitälern als Secundarärzte und Secundarwundärzte zu fungiren. Nach einer gleichen — ebenfalls nur localen Verfügung — sind Juden seit Jahren von den Cursen der zur Ausbildung von Militärärzten bestimmten chirurgisch-medicinischen Zosephsacadcmie ausgeschlossen. Diese intolerante Praxis erweist sich gleich so mancher andern von öffentlichem Nachtheile. In gegenwärtiger Kriegszeit wurden allerdings auch jüdische Aerzte in allen Graden zur Militärwidmung aufge-

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