Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 88)
- Language
- German
- Belongs to
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50 Reb Nachmen Perels hat eine Tochter von vierzehn Zähren nnd stellen heute Nacht Chupe.« »Meinst Du, Fradel, die Leute sind gescheid? — Sage mir, wovon soll Verschon leben, er und Frau?« »Er wird bei uns Kost haben und bei seinen Schwiegereltern, ein Jahr, zwei Jahre und dann wird er was verdienen.« »Womit? Wodurch?« »Weiß ich's? Gott verläßt Niemand. Warst Du reich, als Du geheirathet? Du hast nichts gehabt, ich hatte nichts, und Gott hat uns geholfen, Brot haben wir immer im Hause und Feuer auf dem Herde. Will nur nicht klüger sein als andere ehrliche Leute!« »Hat man ihm denn eine Partie angetragen? weißt Du übrigens wer ihn wird heirathen wollen?« »Auch ein Geschäft! Ich gehe hinaus und sage den Leuten, ich will für meinen Gerschele eine Braut, glaubst Du ich werde nicht zehn für eine haben?« - Der Mann fährt wüthend auf. »Zehn für Eine!« ruft er. »Wirst auf den Markt treten und hinaus schreien: Ich habe ein Kind daheim, das sorglos an meinem Tische ißt, in meiner Stube schläft, noch Kind zwischeit Kindern spielt, bringt mir noch Eins, was immer für Eins, wenn es nur bald kömmt, auf daß ich sie beide ein Jahr füttere und dem Bettel aufziehe! Viele Mütter werden Dir ihre Töchter bringen und diese ihr Elend zur Mitgift. Zwei Jahre später werden die Kinder Kinder haben und — werden wir alle ernähren können? Es entstehen Schulen, die Chedurim sind im Abnehmen, mein Einkommen verringert sich, kann ich zweie» Generationen Brot geben?« »Sorge Du nicht für Gott, Gott wird für uns sorgen und Verschon wird heirathen wie anderer Leute Kinder. Kein ehrlicher Jude schickt dem Himmel eine Rechnung und handelt mit ihm über