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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1859-01-01 · Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859) · p. Seite 34

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
Date
1859-01-01
Page
Seite 34 (sequence 72)
Language
German
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34 rien mag, und man wird es nun begreiflich finden, daß die Juden bas einzige Volk der Welt sind, dessen Geschichte keinen Sclavenkrieg zu verzeichnen hatte, was man den Annalen selbst der beiden europäischen Mustervölker eben nicht nachrühmen kann. Schließen wir das Capitel mit einem flüchtigen Blicke auf die Stellung des jüdischen Hausgesindes in den spätern Jahrhunderten. Von der milden Behandlung herbeigelockt, strömten bald von allen Völkern Sclaven und Dienstboten herbei, drängten sich heran, jüdische Brotherren zu gewinnen, daß gar bald die Mißgunst hierüber in andern Kreisen rege wurde. Man erließ scharfe Gesetze gegen Verkauf von Sclaven an jüdische Gebieter, die es jedoch nicht hindern konnten, daß noch im fünften Jahrhundert selbst christliche Geistliche durch Wort und That die Humanität der Juden anerkannten. Selbst Papst Gregor der Erste verbot den Juden nur bedingungsweise Christenleibeigene zu besitzen, erkannte die Hörigkeit christlicher Erbpächter an jüdische Pachtgeber an, und beschränkte die freien Dienstboten nickt, in israelitischen Häusern zu dienen. Als einst der Jude Basilius, dessen Söhne zum Christenthume übergegangen waren, diesen alle Sclaven verschrieb, um dock des Eigenthumrechtes nicht verlustig zu werden, entschied der Papst selber dafür, daß die Sclaven zum Gehorsam gegen den Juden zu verhalten seien; denn, sagte der humane Kirchenfürst, har doch die Taufe selbst die Söhne nicht des Gehorsams gegen den Vater entbunden. Indessen gestalteten sich die Zeiten immer trüber, wie auch die weltliche Obrigkeit in dieser Rücksicht zu den Juden Hielt. Ludwig IX. untersagte es streng, die bei Juden dienenden Heidensclaven zur Taufe zu bereden, weil dadurch das Besitzrechr der Israeliten gekränkt würde. Er befahl den christlichen Dienstboten ihrem jüdischen Herrn gehorsam zu sein, diesem aber sie zur Sonntagsseier anzuhalten. Dagegen ging man anderwärts so weit, alle Dienstnahme bei Juden zu verpönen; ja selbst Hebammen wurde

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