Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 47)
- Language
- German
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9 r gen sollte. Sofort bildeten sich in Granada zwei Parteien, die eine erklärte sich für Habus ältesten Sohn Badis, die andere für den jüngeren Balkin (oder Bologgin). Die Juden dieses Königreiches hatten bereits eine so gleichberechtigte Stellung eingenommen, daß sie sich der einen oder der andern Partei anschließen durften. Samuel war für Badis, andere Juden, Joseph Jbn-Migasch (der ältere), Isaak b. Leon und Nehmias Aschkasa, gaben ihre Stimmen Balkin. Schon waren die berberischen Großen mit ihren Parteigängern versammelt, dem jüngern Sohn zu huldigen, als dieser selbst abdankte und Badis die Herrschaft überließ. Dadurch waren seine Gegner genöthigt, ihm zu huldigen. Samuel blieb also auf seinem Posten. Später bereute Balkin seine Großmuth, verschwor sich mit seinen Parteigenossen gegen Badis und legte seiner Regierung Hindernisse in den Weg. Wahrscheinlich war es aus Samuels Sturz abgesehen. Indessen erkrankte Balkin plötzlich und sein königlicher Bruder befahl dem ihn behandelnden Arzte, ihm keinerlei Heilmittel zu geben, wodurch sein Tod beschleunigt wurde. Ein jüngerer, unglaubwürdiger Schriftsteller (Jbn-Alkatib) machte den jüdischen Besir zum Urheber von Balkins Tod und berichtet, derselbe habe ihm Gift gegeben, während der zeitgenössische Berichterstatter (Jbn-Haijan) nichts davon weiß. Nach Balkins Tod blieben Badis' Regierung und Samuels Besirat unangefochten. Da der neue König von Granada träge und den Lüsten ergeben war, so leitete Samuel die ganzen Regierungsgeschäfte, er war der That nach König. Merkwürdig ist aber, daß, als die Anhänger Balkins aus Granada ausgewiesen wurden, dieses Exil auch die genannten drei jüdischen Parteigänger traf, und man könnte vernluthen. daß es von Samuel Jbn-Nagröla ausgegangen war. Die Beschäftigung mit dem Regierungswesen und der Politik hinderte den jüdischen Minister nicht als Rabbiner und Schriftsteller zu wirken, ja diese Thätigkeit bildet den Mittelpunkt seines