Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 46)
- Language
- German
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8 suchtester Höflichkeit, verstand alle Umstände zu benutzen und besaß das Talent selbst seinen Gegnern zu schmeicheln, sie zu gewinnen und ihren Haß durch sein sanftes Wesen zu entwaffnen.. Welch ein außerordentlicher Mann! Er schrieb in beiden Sprachen, Hebräisch und Arabisch, hatte die Literatur beider Nationen studiert, war in die Feinheiten der arabischen Sprache eingedrungen und hatte sich mit den Schriften der subtilsten Grammatiker vertraut gemacht. Er schrieb daher das Arabische mit großer Leichtigkeit und bediente sich dieser Sprache für seine eigenen Briefe und in den Erlassen, die er im Namen seines Herrn schrieb. Er gebrauchte die den Moslimen eigenen Formeln, eröffnete Erlasse mit »Allah Lob« (Chamdu lillahi); er flehte Allah's Segen aus Mohammed, unfern Propheten, herab, und ermahnte diejenigen, an welche die Regierungsschreiben gerichtet waren, ferner nach den Vorschriften des Islam zu leben. Kurz man glaubte, seine Briefe seien von einem Moslim, nicht mehr und nicht weniger, geschrieben. Samuel war auch in den Schriften der Alten (der griechischen Philosophen) und in den Wissenschaften heimisch und übertras Diejenigen, die sich darauf verlegt hatten, durch seine Kenntniß der Astronomie, eine Kenntnis, die er mit tiefeingehender Aufmerksamkeit studiert hatte. In Mathematik und Logik besaß er hinlängliche Kenntniß, aber in der Dialektik war er so überlegen, daß er seine Gegner stets besiegte. Ungeachtet seines lebhaften Geistes sprach er wenig, dachte aber viel.« *) Das Glück, das schon Miene machte, diesem jüdischen Vesir den Rücken zu kehren, blieb ihm bis an sein Lebensende treu. Der König Habus war nämlich gestorben (1037), ohne über die Nachfolge zu verfügen, welcher von seinen zwei Söhnen die Krone tra- *) Jbn-Haijan bei Dozy histoire de l’Afrique et de l'Espagne intitulee Al-Bayano-l-Magrib par Ibn-Adhari. T. I. iutroduction S. 96 f.