Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 238)
- Language
- German
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194 Tische gebückt sitzende, mit dem Schwünge großmächtigcr P's sich abquälende, de- und wehmüthig sich entschuldigende Tochter der Federschleißerin. »Pah! was habe ich aber da davon?« fügte der Lehrer sogleich mit einer gewissen verdrießlichen Achselzuckung hinzu, während er unmittelbar daraus wieder läckelte. »Deine Mutter scheint also, wie das Volk in seiner unerklärlichen Redeweise zu sprechen pflegt, Stücke auf mich zu halten? (Schade, daß ich Adelungs großes Wörterbuch nicht zur Hand habe, es kostet aber zu viel.) Run, ich bin ihr recht dankbar dafür und werde das in Beltfedern bestehende Honorar für deinen Unterricht mit geziemender Erkenntlichkeit annehmen, wiewohl ich gestehe, daß mir für meinen Theil die vier Bände Adelung lieber wären. Du kannst das deiner Mutter zurücksagen, nämlich ersteres; das von Adelung mußt Du aber für Dich behalten; was brauche ich einen Menschen noch unnöthiger Weise zu kränken?« »Ich danke Ihnen, Herr Arnsteiner, ich danke Ihnen!« rief die Schülerin mir hoher Freude, »das wird der Mutter lieber sein, wie...« »Run, Du stockest, Sali, Du stndest nicht sogleich das passende Gleichniß?« unterbrach sie der Lehrer. »Weißt Du, daß es gar nicht so leicht ist, hier ein entsprechendes Gleichniß anzufügen? Lazar Winterfeld oder einer seines Gleichen möchte sagen: wie ein Tops geschmolzener Nudeln, oder wie eine Schüssel frisch gebackener Kräpfchen; denn Leute dieses Schlages nehmen zur Bezeichnung dessen, was sie gern besonders kräftig ausdrücken möchten, meistens zu materiellen Dingen ihre Zuflucht; ihr Gedanke reicht nicht weiter als ihr Mund. Ich an deiner Stelle würde sagen, um den höchsten Grad von Freude auszudrücken: Das ist mir lieber, als der große Adelung.«