Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 182)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2609281-2609290--3842-2611188- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
138 verheirathen und die Chuppe auf den Gottesacker stellen, denn eine Hochzeit zwischen Gräbern beschwichtige Gottes Zorn und die Seuche. Ich werde,« fuhr Rab Jitzchock fort, »Kleider geben für Braut und Bräutigam, ich werde Geld sammeln für Beide, wenn sie ihre Bermälung auf der Trauerstätte begehen wollen.« »Nun, was meinst Du, Chane?« »Was soll ich meinen, Mendel, — Du denkst an unsere Mirl leben?« »Ja. Kennst Du den Jischieva-Bucher') Zabel?« »Arm wie eine Kirchenmaus, aber fromm und ehrlich.« »Rab Jitzchock wird schon für die Kinder sorgen, und die ganze Khille wird beitragen, Kleider sowohl als Geld; das ist nicht mehr unsere Sache.« »Freilich, Mirl wird älter, thu' wie Du verstehst.« Im Besitze der Vollmacht seiner Frau, ohne die Tochter zu fragen, die die wenigste Stimme bei Entscheidung ihres Geschickes hat, eilt Mendele zum Parneß Chodesch Rab Jitzchock, der arglose Zabel wird im Triumph geholt, die Verabredung ist schnell und kurz, denn es eilt sehr, und die Verbindung ist geschloffen! Die Sonne brennt heiß am Sonnenhimmel, und die Schnitter mähen auf dem goldigen Felde die fruchtreichen Halme — ohne Sang und Klang; selbst die Sense scheint die Steine zu meiden, um keinen hellen Ton zu geben und wirft die Garben lautlos nieder; selbst der Vogel am Baume hat lange nicht gesungen und das Echo schon lange keine Melodie gelernt. Die Straße, die sich weiß durch die Felder schlängelt und so vieles reges Leben zu tragen *) El» junget Mensch, der in der Klause dem Talmudstudlum obliegt.