Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 181)
- Language
- German
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r 137 Mirln alt werden sah ohne Gatten. Und Gott hat geholfen! Eines Tages tritt der Klausner — ein dort selten gewordener Gast — in seine Wohnung. »Chane!« ruft er, obschon er hart neben seiner Frau steht, »Chane!« »Was willst Du, Mendel?« »Freue Dich, Weib, Mirl wird heirathen!« »Hast Du heute viel Kidisch gemacht oder eine Lerne in der Lotterie gewonnen?« »Nein, aber Mirl wird doch heirathen.« »So sprich denn! Du kannst ja Einem das Leben nehmen!« »Kennst Du Rab Jitzchock, den Parneß-Chodesch?« ‘) »Ja, ja, so rede doch!« »Rab Jitzchock, der Parneß-Chodesch, kömmt heute zum Schachreßgebet, er hat sehr geweint beim Dawinen, s) denn sein Weib starb ihm an der Cholera und sein Kind liegt krank darnie» der, dann bestieg er den Almemor und rief: »Noch würgt die Seuche — unsere Außenwände sind mit Kohlen schwarz bestrichen an unsere Thüren schrieben wir die Worte: »Nicht zu Haus,« s) die Sünder haben Buße gethan, und Frauen und Kinder tragen Amulette aus der Hand des Meseritscher Rabbi; ein Milotsche starb, * 2 * 4 5) und die Seuche würgt noch immer! Der Belfer °) sagt, man soll einen armen Bücher mit einem gleichfalls armen Mädel *) Vorsteher. 2) Beten. ß) Mittel, die der Volkswahn in Galizien und Ruffisch-Polen anwendet, der Epidemie den Eintritt zu sperren. 4) Es ist kein gutes Omen für das baldige Aufhören der Seuche, wenn ihr ein Todtengräber erliegt. 5) Ein Wunderrabbi.