Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1858-01-01 · Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859) · p. Seite 126

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
Date
1858-01-01
Page
Seite 126 (sequence 170)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2609281-2609290--3830-2611176
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

126 Zeit daran gewöhnt in Geschichtswerken mancherlei Phantasiestücke zu finden; hätte Gsich begnügt, dergleichen zu geben und zu moriviren, so wäre weiter nichts zu thun, als das Gegebene zu prüfen und das Unhaltbare darin abzuweisen. Allein er ist weiter gegangen und hat seine Hypothesen gleich von vorn herein in die Bibel hineingelegt, als ließen sie sich von selbst herauslesen; er hat dadurch manche Stellen der heiligen Schrift in Zerrbilder verwandelt, so daß besonnene Epegeten von derartigen Verrenkungen sich abwenden müssen, und Folgerungen, die auf solchen Prämissen beruhen, keiner Beachtung unterziehen können. Dies halten wir für den größten Fehler des Buches, das übrigens, abgesehen von der Durchführung jener verfehlten Geschichtsconstruction, besonders in seiner zweiten Hälfte und den beigefügten Excursen manch Anregendes und Berücksichtigungswerthes enthält. Namentlich rechnen wir hierzu die Nachweisung, daß in unserm pseudojonatischcn Targum zum Pentateuch viel Ueberreste älterer Halacha's und Hagada's enthalten seien; nur find jene Halacha's keine »ältere zadokistische«, sondern solche, die nach dem Tempelsturze und dem hadrianischen Kriege nicht mehr in Ausführung kamen und daher in den halachischen Werken nicht erwähnt oder anders dargestellt sind. Außerdem ist von Geiger noch eine kleine Schrift über den Glaubenswechsel erschienen, die in seinem Kreise heilsam gewirkt und nur ziemlich mittelmäßige Entgegnungen hervorgerufen hat, worauf G. kräftig erwiederte. Gehen wir von da in das Gebiet der später» jüdischen Geschichte über. Nachdem Zunz in seiner »synagogalen Poesie« eine ausführliche Darstellung der Leiden des jüdischen Volks im Mittelalter gegeben hatte, war mancher Blick auf jene Martyrologie gerichtet. Die ältere jüdische Literatur hat vornehmlich zwei hebräische Werke des von 1496—1575 in Oberitalien gelebt ha-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.